Eskimo Xeno / Harald Philipp

Von admin, 1. Juli 2008 20:07

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Als erstes wurden die Schenkelstützen herausgesägt. Mein ursprüngliche Idee, die Schenkelstützen als obere Abstützung für den Bulkhead zu benützen, lies sich leider nicht umsetzen, da sie zu weit in der Mitte angebracht sind.

Als Backbone kommt ein U-Profilrohr aus Alu zum Einsatz. Das U-Profil wurde leicht gebogen um die Krümmung des Kajakbodens nachzubilden. Damit wird erreicht, dass der Backbone über die gesamte Bootslänge gleichmäßig auf dem Boden aufliegen kann.
Um die Last zu verteilen, wurden jeweils am vorderen und hinteren Ende des Backbones stabile Plastikplatten an das Aluprofil angeschraubt. Das U-Profil ist mit PE-Schaum leicht überstehend ausgefüttert um zu vermeiden, dass die scharfen Kanten des Alus direkt auf dem Kajakboden aufliegen. Der Backbone ist mit zwei vertikalen Alustreben (U-Profil) vorne und hinten im Boot gesichert. Zusätzlich ist noch ein Schrägstütze am vorderen Ende des Backbones angebracht. Die Streben sind mit Alukappen abgedeckt um sie an der Bootshülle anschrauben zu können.

Die hintere vertikale und die vordere Schrägstrebe sind mit normalen Rundkopfschrauben mit der Hülle verschraubt, die vordere Vertikalstrebe ist mit einer 12 mm hohl gebohrten Schraube befestigt. Durch diese Hohlschraube läuft später die Auslöseschnur für die Paniköffnung der Schenkelgurte. An dieser Strebe ist zusätzlich noch ein Gurt befestigt der zur Öffnung der Spritzdecke dient.
Die Streben sind mit Flachwinkeln am Backbone angeschraubt. Um aufgerissenen Finger oder Bekleidung zu vermeiden, sind alle Schraubenlöcher angesenkt und es wurde nur mit Senkkopfschrauben gearbeitet.
Am Backbone ist zusätzlich noch ein Taucherschnalle und eine Öse angebracht worden, mit der der Schenkelgurt geklemmt wird, bzw. durch die der Schenkelgurt läuft.
Gegen seitliche Verrutschen ist der Backbone durch vier Aluspriegel gesichert und sitzt absolut fest und spielfrei im Boot.

Der Sitz ist aus drei Platten PE-Schaum zusammengeklebt. Zusätzlich zur Verklebung sind noch links und recht über die Sitzlänge zwei Aluleisten bündig in die Seitenfläche eingelassen, über die der Sitz mit 3 Aluröhrchen mit eingeschnittenem Innengewinden und Senkkopfschrauben zusammengespannt wird. Vor dem Zusammenbau wurde am hinteren Ende des Sitzes noch über ca. 2/3 der Sitzbreite von außen unsichtbar eine Aluplatte mit Gewindestange eingesetzt. An dieser Gewindestange wird der Sitz an der hinteren Vertikalstrebe fixiert.
Gegen seitliches Verrutschen ist der Sitz mit zwei Winkeln gesichert, die von unten an den hinteren Spriegeln geschraubt sind.
Die Sitzbreite beträgt 30 cm, die Höhe des Sitzes liegt bei 16 cm.

Beim Einbau der Schenkelgurte und des Bulkheads wurde größten Wert auf einen bestmöglichen Halt bei einfachem und unkompliziertem Notausstieg gelegt. Die Schenkelgurte bestehen aus den Ratschengurten einer Snowboardbindung, die mit Gurtbändern verlängert wurden. Das System kombiniert die Ideen zweier befreundeter C-Boater – Dank an Siggi und NZMatt für ihre Vorarbeit.
Die Riemen laufen durch die Öse auf dem Backbone und werden mit der Taucherschnalle fixiert. Von der Lasche der Schnalle läuft ein Seil innerhalb der Vertikalstrebe nach oben und wird durch die Hohlschraube nach außen geführt. Im Falle eines Notausstiegs kann bei geschlossener Spritzdecke durch Zug am Seil die Taucherschnalle geöffnet werden und gibt somit die Schenkelgurte frei. Da am Seil auch der Gurt zur Öffnung der Spritzdecke befestigt wird, öffnet sich diese auch gleichzeitig mit den Schenkelgurten. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass man Riemen und Spritzdecke gleichzeitig von außen öffnen kann und dass keine langen Riemen im Boot rumliegen, an denen man sich unter Umständen verheddern könnte.
Durch den guten Halt der Schenkelgurte wurde der Bulkhead nicht über die gesamte Breite des Bootes ausgelegt. Ledigleich zwei kleiner Knietaschen sind angebracht, die die Knie gut fixieren. Um ein Verrutschen der Bulkheads nach vorne zu verhindern, sind sie jeweils mit einer Aluschiene gegen die Bootswand und den Backbone abgestützt. Der Vorteil der Kniecups ist, dass man kaum Platz verschenkt und genügend Raum zur Verfügung hat, um Ausrüstungsgegenstände wie Wurfsack, Trinkflasche, etc im Bug zu verstauen.

Insgesamt wiegt das Boot mit dem Ausbau ca. 16 kg und liegt damit im Bereich des Kajakgewichts. In nächster Zeit werden noch Hüftpolster montiert und eventuell Schienbeinauflagen.

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