Durance und Allier — Frankreich im Doppelpack

Von tricky, 4. September 2010 21:55

In den letzten 3 Jahren waren wir im Sommer an der Durance. Sie bietet herrliches, abwechslungsreiches Wildwasser bei warmen sommerlichen Temperaturen. Das Wasser ist allerdings mit ca. 8°C auch im Hochsommer recht kalt.  Die Wasserstände sind im Gegensatz zum Frühjahr moderat, außer der Durance selbst laufen normalerweise auch die interessanten Nebenflüsse wie Guil, Gyronde, Guisane und Ubaye immer noch.

Nachdem wir die letzten Jahre die Klassiker Durance, Ubaye und Guisane zur Genüge beackert hatten, wollten wir uns dieses Jahr auf die weniger bekannten Abschnitte des  Guil, der Gyronde und Ubaye beschränken zumal wir auch nur eine Woche Zeit hatten. Die zweite Woche sollte es ja an den Allier gehen. Ein in der Paddelszene ziemlich unbeachteter und unbekannter Fluss in Frankreich der jedoch tolles, und vor allem warmes Wildwasser bietet. Doch dazu später mehr…

Der Unterste Guil von Pont du Simounst bis zur Mündung in die Durance bietet leichtes Wildwasser in herrlicher Schluchtkulisse.

Unterster Guil

S-Kurve Unterster Guil

Wildwassertechnisch interessanter als der Unterste Guil ist die Gyronde. Sie entsteht aus dem Zusammenfluss von Gyr und Onde und bildet die Gyronde.

Der Abschitt von Vigneaux bis in die neue Slalomstrecke in Argentiere ist zu Anfang WW3-4. Die Schwierigkeiten lassen dann nach bis WW 2 vor Argentiere. Die Slalomstrecke Argentiere selbst wird als WW 3 beschrieben. In Vigneaux sollte man unbedingt darauf achten nach dem ca. 800m langen WW5 Katarakt einzusteigen, sonst erlebt man eine böse Uberaschung, da der Katarakt ziemlich unvermittelt auftaucht.

Gyronde nach den Katarakt bei Vigneaux

Einstieg Gyronde unterhalb Vigneaux

Gyronde

Der Oberste Ubaye vom 2.Straßentunnel oberhalb Ubayette bis Jausiers bietet leicht verblocktes WW 2-3 mit kleinen Stufen und Absätzen.

Einstieg Oberste Ubaye

Oberste Ubaye

Oberste Ubaye

Oberste Ubaye

Das Durancegebiet ist sehr vielseitig. Die verschiedenen Flüsse haben sehr unterschiedliche Charakter von technisch, verblockt bis wuchtig. Das Klima ist mit leichtem Wind und ca. 25 °C sehr angenehm.  Die Möglichkeiten zum Wandern und MTB fahren als Kontrastprogramm sind auch sehr vielfältig.

Dazu die französiche Lebensart mit “Baguette, Käse und Wein” machen den Paddelurlaub an der Durance zu einem Erlebnis.

Wir wollten aber bei unserem diesjährigen Aufenthalt in Frankreich aber auch mal wieder etwas Neues kennenlernen und so zog es uns nach einer Woche weiter in die Auvergne an den Allier….

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….der Allier bietet verschiedene Streckenabschnitte. Im Oberlauf bei St.Etienne du Vignan WW3-4, in den mittleren Abschnitten bei Chapeauroux WW2-3 und in den unteren Abschnitte ab Prades WW1-2.

Die Besonderheit des Allier ist, dass er aus dem Lac de Naussac gespeist wird. Der Allier fliesst in die Loire und dort wird das Wasser als Kühlwasser für Frankreichs AKWs benötigt. Das bedeutet auch im Sommer konstante und fahrbare Wasserstände. Hinzu kommt die angenehme Wassertemperatur des Allier. Gefühlte 18°C !!! Die ganze Woche konnte ich in “kurz” paddeln ;O))

Oberlauf Allier

Katarakt bei St.Etienne du Vigan

Wir errichteten unser Lager in der Mitte, in Monistrol, auf dem Camping Le Vivier. Monistrol ist der Einstieg zu einem der interessantesten Abschnitten, der Monistrol-Schlucht.Die Strecke ist 15km lang, von Monistrol nach Prades, in völliger Abgeschiedenheit. Lediglich eine Bahnlinie begleitet die Strecke oberhalb der Schlucht. Ein Aussteigen oder Fahrtabbruch ist kaum möglich. Die Strecke wird als WW2+ mit zwei 4er Stellen beschrieben.

Monistrol d`Allier

Die Strecke Monistrol-Prades bietet als Highlights zwei herausragende Stellen. Der “Roche qui pleure” WW4 und “La Barrage à Ponnet” WW3+.

"La Roche qui pleure"

Der “Roche” bildet eine sehr hässliche Walze die nicht durchfahren werden kann. Sie muss über den überspülten Felsen rechts “übersprungen” werden.

Micha kämpft mit der Walze

Landung nach "Boof" über die Walze

Die zweite etwas schwierigere Passage, “La Barrage à Ponnet”, ist ein sehr wuchtiger Katarakt WW3+.

"La Barrage à Ponnet"

Auslauf des Katarakts

Eine Strecke mit realtiv gleichmäßigem Charakter WW2-3 ist die Waldschlucht Chapeauroux bis Pont d`Alleyras. Wir hatten an diesem Tag aus irgendeinem Grund leider sehr wenig Wasser sodass die 20km sehr zäh und anstrengend wurden.

Waldschlucht

Waldschlucht

Chapeauroux-Pont d`Alleyras

Im Unterlauf ab Prades, mit seinen genialen Basaltorgeln, bietet der Allier leichtes WW1-2.

"Basaltorgeln" in Prades

leichtes WW nach Prades

tierische Begegnung

Vom Allier konnten wir in der Woche nur einen kleinen Teil erkunden. Speziell der Oberlauf bietet noch reichlich Stoff für weitere Abenteuer die wir angehen wollen.

Gute Beschreibungen in französischer Sprache und auch Pegelstände findet man auf der Paddelseite im Internet unter www.eauxvives.org oder www.kajaktour.de  Hier sind die einzelnen Streckenabschnitte beschrieben und es wird auch auf die besonderen Schwierigkeiten der Abschnitte hingewiesen.

Hilfreich ist auch der DKV Auslandsführer Nordfrankreich/Benelux. Hier ist der Allier detailliert beschrieben.

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