Salza > paddeln mit den Klassikern…

Von fez, 28. August 2007 20:41

noch surfe ich...

Riverrunner-Prädikat: wertvoll ******

Nun ist mir klar warum die Salza solch ein einen tollen Ruf genießt – sie ist einfach ein wunderschöner Bach ! Es gibt ca. 576 Kehrwässer, verschiedene Streckenabschnitte von “gaanz einfach” über “schon spannender” bis hin zu “richtig spassig” aber nie “hab die Hosen voll”. Dazu eine beeindruckende Landschaft und natürlich wunderbares türkisfarbenes Wasser. In Folge dessen kann es aber an den Wochenenden ziemlich voll werden. Unglaublich sind die Massen an raftenden Tschechen die auch gerne sangesfreudig die Nacht zum Tag machen.

Fachwerk bis Stausee, ca. 10 km WW II-III

Die Strecke ist wirklich schön, allerdings sollte man bei manchen Kehrwässern die Unterspülungen der Felsen beachten und dort nicht gerade schwimmen üben – so z.B. beim großen Stein am Ende des Lawinenschwalls – der abgesehen davon aber einen sehr genußvollen Felsenslalom bietet. Unangenehm dürfte es auch sein in der langen Gasse und in der Palfauer Schlucht zu schwimmen denn die Seitenwände sind ziemlich unterspült. Zum Glück gibts hier keine Prallwände, die Strömung zieht parallell durch. Trotzdem Obacht geben!

Paddeln ist mehr als paddeln

Ich hatte das Glück die Salza mit zwei ausgefuchsten Paddler-Klassikern fahren zu dürfen:

Links Pablo, seines Zeichens Modernisierungsverweigerer aus Wien, mit angenehm östereichisch-relaxter Art. Er war wohl schon ca. 60 – 70 mal mit seinem Topo Baujahr 1876 auf der Salza.

Gegenüber Helmut, ein 65- jähriger Paddler aus Regensburg der voll der Geschichten steckt und ein Leben lang paddelt. Die beiden kennen sich schon seit 15 Jahren und sind ein ungemein witziges Freundespaar das sich ständig gegenseitig runterputzt. Aah, so liebe ich das – was hab ich gelacht! Paddeln wie zuhause…

Pablo und Helmut

Dabei war auch noch Alfons aus Recklinghausen, ihn habe ich kennengelernt als ich vergeblich versuchte die kleine Welle vor unserem netten Zeltplatz direkt an der Salza zu besurfen. Hier Alfons auf einer Surfwelle gleich am Eingang der Palfauer Schlucht

Alfons

Pablo führte uns Salza-Rookies (Alfons und meinereiner) in jedes lohnende Kehrwasser, zeigte uns wie man aus einem Salza-Dreier einen Vierer macht (zumindest in der Theorie) und versuchte uns (natürlich erfolglos!) aufs Glatteis zu führen. Diese Stelle hier sollten wir seiner Aufforderung im T-Stil mit weit über den Kopf gehaltenem Paddel fahren… Ich war aber auch ohne derartige Paddeltechniken ganz schön am stützen um in dieser netten Mischung aus Presswasser-Pilz und Verschneidung alle Kanten meines Delirious im Gleichgewicht zu halten. :-) )

schön stützen in der Palfauer Schlucht

Das ist Pablo auf seinem grünen Mustang soweit ich mich erinnere irgendwo am Eingang der Palfauer Schlucht

Pablo nochmal

Und dann war da noch diese Walze auf der ich auf dem Bild ganz oben ca. 500 Millisekunden surfe. Dann gings aber auch schon rapide abwärts…

game over

Rollen ist hier sehr spassig. Die Wissenschaft hat herausgefunden dass in diesem Wälzchen, in dem die Salza durch einen schmalen, wahrscheinlich tiefen Schlitz (uuaaah) läuft, die Strömungen nicht in den für uns Menschen noch begreifbaren 3 Dimensionen verlaufen sondern in mindestens 8 Dimensionen! Kaum legt man hier sein Paddel zart auf die Wasseroberfläche und fügt ein wenig Druck bei – so verschwindet es auch schon wieder ohne einem in unterstützender Art und Weise beim Rollen behilflich zu sein. Trotzdem kam ich wieder nach oben! Aber nur um dann beim Versuch das Wälzchen zu verlassen erneut abzutauchen und nach einem erfolglosen Rollversuch im Strömungslabyrinth mich entnervt von meinem schwimmenden Untersatz zu trennen.

Eigentlich wollte ich dann am Beginn der Flachwasserstrecke ja kneifen und bei einem Campingplatz aussteigen – das aber ließ Helmut nicht zu! Er meinte dass ich später immernoch höher aussteigen könne, aaber wenn man zum ersten Mal die Salza fahre dann MÜSSE man bis zum Schluß fahren. Aua, Aua, meine Knie haben sich bedankt!

Aber sonst wars super!

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