Soca 2010

Von fez, 29. August 2010 16:00

Alle Welt war schon 100 x an der Soca und das schöne Buch von Manuel Arnu hatte ich nun auch schon genügend angeschaut – so langsam wurde es also nun Zeit daß ich auch mal ins Gelobte Land komme!

Ich fuhr also inmitten des Augusts mit meinen Damen sowie dem Remix und dem Millbrook auf dem Dach in einer gräßlichen Dauerstau-Fahrt bei strömendem Regen an die Soca.

Das Mecca steht ja stark in Verruf total überfüllt zu sein. Wir hatten Glück, wir hatten genügend Platz auf unserem schönen Zeltplatz “Soca” mit Ausblick auf die Berge des Lepena-Tales . Eine große Parzelle, genügend Schatten durch Bäume, ein Brünnelchen mit Wasser… alles bestens.

Blick ins Lepena-Tal

Da ich mit meinen Damen alleine dort war war ich darauf angewiesen Leute zum Paddeln kennenzulernen – was aber an der Soca nicht allzu schwierig sein sollte wie ich annahm. Und so wars auch, gleich auf der nächsten Parzelle stand das Zelt von Daniela und Phillipe aus Italien. Daniela ist die Webmasterin der großen italienischen Paddelseite:

www.ckfiumi.net

Ckfiumi ist wohl DIE italienische Paddelwebseite, hier gibts viele Bachbeschreibungen von italienischen Bächen welche bei uns total unbekannt sind, verscheidene Boards usw. Schaut mal vorbei!

Das Heimrevier von Daniela und ihren Freunden ist die Sesia, ein Besuch von deutschen Paddler ist gerne gesehen!. Die beiden waren unterwegs mit einer großen Gruppe italienischer Freunde aus Norditalien und Südtirol.

Daniela

Die Italiener waren eine lustige Truppe mit welcher ich dann gleich mal auf die Abseilstrecke ging. Meine Damen brachten mich zum Einstieg um dann runter nach Kobarid zu fahren und dort badenderweise auf mich und die Gruppe zu warten.

Der Tag war unwahrscheinlich heiss und ich war noch reichlich unfit da ich direkt vor dem Urlaub eine Lungenentzündung und die letzte Antibiotika-Tablette am Anreisetag genommen hatte. Nicht die besten Vorraussetzungen für die lange Trageaktion runter zur Soca bei der Hitze… Den Foto habe ich deshalb nicht mitgeschleppt.

Ziemlich schlapp kam ich unten an aber als ich mich ein bisschen mit dem klaren kalten Wasser der grünen Lagune erfrischt hatte war die Welt wieder in Ordnung. Den ersten blöden Siphon am Einstieg habe ich gleich wie fast alle anderen der Gruppe umtragen. Was kann man über die Abseilstrecke  sagen was noch nicht tausendmal gesagt wurde ? Nichts nehme ich an. Nur dass die Strecke wirklich sehr, sehr schön ist! Wir hatten sommerlichen Niedrigwasserstand, die Schwierigkeiten waren moderat. Immer wieder bieten sich tolle überspülte Steine zum boofen an, klasse hier kann man ja richtig abheben beim boofen! Ich hatte viel Spaß mit meiner lustigen Truppe.

C1sen ist in Italien ziemlich exotische Sache, manche konnten es nicht glauben wie ich mit solch einem Boot paddeln konnte. Haha, war super! Und am meisten begeistert war Daniela, sie ist eine unwahrscheinlich paddel-ethusiastische Frau, sprüht vor Energie – und wollte UNBEDINGT gleich am nächsten Tag auch das C1sen ausprobieren.

Am nächsten Tag gingen wir an die Hausfrauenstrecke und Friedhofstrecke. Ich steige aus dem Auto und was sehe ich da, einen schwarzen Quake! Hä, so einen hat doch der Siggi? Tatsächlich! Und er berichtet dass Arno auch da ist und heute den Bunkerschwall paddelt. . Na so ein Zufall! Wir tauschen Telefonnummern aus.

Daniela bekommt eine kurze Einweisung wie sie ambesten die Schläge setzt und aus dem Boot kommt, sie ist total hippelig und scharf drauf das jetzt endlich auszuprobieren!

Sie paddelt dann bis zum Anfang der Friedhofstrecke, hat sehr viel Spaß. Ich paddle die Hausfrauenstrecke in ihrem Dagger RX und finde es ganz nett wenn auch etwas arg anstrengend für die Bauchmuskeln und zu naß im Gesicht :-) .

Daniela und ihr Freund Phillipe

Dann ab dem Start der Friedhofsstrecke tauschen wir die Boote wieder. Daniela ist begeistert und möchte eventuell ihren Mamba zum C1 umbauen. Auf die Armada 2011 soll ich sie auf jeden Fall einladen.

Daniela sagt alle blöden oder beachtenswerten Stellen der Friedhofstrecke an, die Italiener spielen wie die Irren, wir haben sehr viel Spaß.

Nach der Friedhofstrecke paddeln wir noch die Slalomstrecke und ich bin RESTLOS begeistert. Mann, ist das ein starker Streckenabschnitt! Meine Damen warten am Sandsträndchen (rechts im Bild) am Anfang der Slalomstrecke auf mich und baden.

Ich finde das ist mit die beste Strecke welche ich jemals gepaddelt bin!

Die Stelle unten zum Beispiel ist bei Niedrigwasser echt stark:
aus dem Kehrwasser im rechten Bildvordergrund ausschlingen (für mich onseitig) , Spitze auf die Nase des Felsens ausrichten, auf der Zunge den Löffel tiiief reinhalten, schön Speed aufnehmen und dann hinterm Felsen (für mich offseitig – ach wie ich diese Bewegung liebe!!!)  ins Kehrwasser zischen. Stark, stark!

Bei etwas unter Mittelwasser ein paar Tage später umtrage ich diese Stelle. Die Walze wird dann recht giftig und ich fürchte beim offseitig einschwingen nicht genügend Speed aufbauen zu können um die abweisende Kehrwasser-Scherlinie überqueren zu können und dann in der Walze zu verbleiben. Hochrollen ist bei mehr Wasser auch nicht so einfach weil hinter der Walze gleich der Felsen voll an- und überspült wird der jetzt noch frei rausragt.

Am nächsten Tag gehts weils so schön ist gleich nochmal auf die Friedhofstrecke , diesmal ist auch Arno dabei  mit dem ich mich abends kurzgeschlossen habe. Einer der Italiener, Luigi, seines Zeichens Biologie und mit einem unwahrscheinlich scharfen ca. 0,5 m Bodenfreiheits-hohen Landy Defender ausgestattet (da kommt voll der kleine Junge in mir durch ;-) ) , ein sehr netter Typ, nimmt heute auf die Hausfrauenstrecke seine 11-jährige Tochter Camela mit die prima paddelt.

Arno, Luigi, Norbert

Am Riesengumpen vor dem Beginn der Friedhofstrecke versuchen Arno und ich noch Daniela per Schnelldurchlauf die C1-Rolle beizubringen. Klappt zwar nicht, aber wenn wir uns eine Stunde Zeit gelassen hätten hätte es geklappt.

Spielstellen gibts auf der Friedhof mehr als genügend:

Abends beim Rotwein berichtet einer der Italiener, Norbert aus Bozen, dass eine Schlechtwetterfront in Richtung Slowenien bzw. die ganzen Südalpen rollt, ein Genuatief.  Wir hoffen dass es schon nicht so schlimm kommen wird , aber es kommt so schlimm. es regnet und regnet, meine Damen und ich spielen alle Spiele welche wir dabei haben und versuchen ein bisschen was von der Gegend zu sehen.  Leider ist die Regenfront recht hartnäckig und verschanzt sich in den Bergen.

Dafür hats aber dann Wasser im Bach!

Daniela kauft sich bei alpin-action einen Vorführ-Jefe-Chico weil sie als Creeker mal ein neues Konzept ausprobieren möchte. Also keine Kanten mehr wie in ihren 5 bisherigen Booten sondern mal einen Rundboden. Sie ist das Boot mal kurz gepaddelt und hat sich ganz wohlgefühlt darin und so hat sie es nun kurzerhand gekauft. Ausprobieren möchte sie es morgen auf der Firedhof- und Slalomstrecke bei mehr Wasser. Da bin ich doch gerne dabei!

Sie tut sich aber ziemlich schwer mit dem Boot weil sie konzeptionell eben an die Flachbodenboote gewöhnt ist und beklagt dass sie das Boot nicht richtig drehen kann.

Die Slalomstrecke macht heute unwahrscheinlich viel Spass und hat bedeutend mehr Druck als bei Niedrigwasser.

Team Liquidlogic, hahaha – schön war`s!

Daniela und Phillipe reisen heute fahren heute abend nach Hause zurück, vorher gehen wir nochmal alle gemeinsam Pizza essen, es wird ein netter Abend.

Aber es regnet und gewittert weiter. So brechen wir die Zelte ab und fahren über Osttirol wo wir zwei Tage bleiben (tolle Gegend aber immernoch Scheißwetter) zum Walchsee bei Kössen.

Am Abreisetag gehe ich nochmal paddeln mit Luigi und seiner Tochter Camela. Wir paddeln die Hausstrecke vom Ende der dritten Schlucht bis zum Prijon-Laden. Endlich hat es genügend Wasser dass ich mal meinen Inferno ausführen kann. Zweimal schwimme ich auch, der Inferno lässt nicht mit sich spassen hahaha :-)

Luigi und Camela

In Tirol am Walchsee wird das Wetter endlich wieder gut und wir erleben noch ein paar schöne Tage, baden im Walchsee, geniessen das gute Tiroler Essen.

Ich paddle noch im warmen Abendlicht mit dem Inferno durch die Entenlochklamm, rette mich mit viel Druck am  Paddel über die vielen Boils – auf dem emporquellenden Wasser wird der Millbrook ganz schön bockig wenn man nicht kräftig zieht….

Die Galerie findet ihr hier

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