Vorderrhein! Hinterrhein! Sonnenschein???

Von tricky, 9. Mai 2010 19:32

Der Pegel der Ammer machte es mal wieder spannend zum 1.Mai. Minimalpegel 68cm. Wirds reichen für die traditionelle Ammer-Fahrt mit Wölfis Horde oder müssen wir auf ein anderes Ziel ausweichen. Fez und Froschel hatten sich schon auf Hüningen eingeschossen, natürlich auch eine interessante Alternative. Mit den Jungs zu paddeln macht eigentlich auch immer riesig Spass.

Dann kam der Anruf von Micha: ” Hey, kommste mit auf den Vorderrhein, der hat nen guten Pegel !?”

Ammer hin, Hüningen her, auf dem Vorderrhein waren wir noch nicht und so entschlossen wir uns kurzfristig das 1.Mai- Wochenende am Vorderrhein zu verbingen.

Als Unterkunft wählten wir, den einfachen, aber schuckeligen Camping Carrera bei Valendas.

Er liegt, mit toller Aussicht über die Vorderrhein-Schlucht, gegenüber dem legendären “Schwarzen Loch”.

Für Samstag hatten wir die Vorderrhein-Schlucht von Ilanz bis Reichenau auf dem Plan. Ilanz bis Versam (WW2-3) und Versam bis Reichenau (WW1-2). Beide Strecken landschaftlich sehr schön in einer grandiosen Schluchtkulisse.

Wildwassertechnisch ist die Strecke Ilanz bis Versam natürlich interessanter. Die Strecke bis Reichenau ist dann mehr zum “Treiben lassen” und Staunen über die tollen Felsformationen und Auswaschungen in der Schlucht.

Das Wetter war leider nicht so toll, die Nacht zuvor hatte es durchgehend geregnet und war sehr kalt. Stresstest für unser kleines 2-Mann-Zelt, für Britta und für mich. Micha und Timo übernachteten komfortabel im Auto.

Entsprechend kühl war es dann auch morgens am Einstieg.

Der Charakter des Vorderrheins sind spritzige Schwälle und Katarakte mit ordentlich Wasserdruck. Bei unserer Befahrung lag der Pegel bei knapp Mittelwasser, ca.48 Kubik.

Zwischen den einzelnen Passagen gibt es immer wieder schöne Kehrwässer zum Üben….

…oder Klönen.

Die eigentliche Kernstelle, das “schwarze Loch”, existiert im Mai 2010 nicht mehr. Aus Sicherheitsgründen wurde der linke Flussarm trockengelegt. Der ganze Vorderrhein fliesst jetzt über den rechten Arm mit viel Druck und sehr hohen Wellen ! ;O)

Der Fluss verändert sich aber in diesem Bereich durch die starken Pegelschwankungen ständig, sodass vor einer Befahrung die Stelle unbedingt besichtigt werden sollte.

Die Strecke Ilanz bis Reichenau ist mit ca.20km sehr lang. Wir legten bei Versam/Bahnhof eine Pause ein um den zweiten, ruhigen Abschnitt mit gefülltem Bauch besser genießen zu können.

Den Abend nach der Tour verbrachten wir in einer urigen Kneipe in Valendas um dem kalten Regen zu entkommen und uns mal wieder was Warmes in den Bauch zu schlagen in Form der örtlichen Spezialität Capuns. Capuns ist ein Teig mit Speck, in Mangoldblätter gerollt und in Sahnesauce serviert. Sehr lecker !!!

Die Nacht verbrachten wir wieder bei eisiger Kälte und strömendem Regen im Zelt bzw. im Auto. Wir warens ja schon gewohnt…

Der nächste Sonntag morgen wieder nass und kalt, brrr. Wir grübelten über unser heutiges Paddelziel. Rüber fahren zur Moesa ? Vielleicht ist das Wetter dort besser, oder an den Hinterrhein ? Wird der Pegel reichen ? Fragen über Fragen…

Wir entschieden uns nach einer kleinen Pegel-Erkundigungs-SMS bei einem Freund für den Hinterrhein. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es sollte noch kälter werden !

Das Thermometer im Auto am Einstieg des Hinterrheins beim Bernardino-Tunnel-Notausgang auf 1600m Höhe zeigte +4°C. Dazu Schneeregen. Beim Abladen der Boote waren die Finger schon steif gefroren.

Der eiskalte Wind tat sein Übriges dazu. Heute waren Paddelpfötchen angesagt !

Aus besagten Gründen, Eiseskälte, steif gefrorene Finger….endet die Fotoreportage hier :O(

Der Hinterrhein ist paddeltechnisch anspruchsvoller als der Vorderrhein, ca. WW3+, insgesamt technischer und mit steileren Katarakten und Absätzen. Der Pegel bei unserer Befahrung lag wieder bei knapp Mittelwasser, ca. 88Kubik.

Zu beachten sind die verschiedenen Blockwürfe. Je nach Wasserstand können sie sehr hakelig und steckgefährlich werden. Besonders die beiden vor dem Ausstieg in Splügen.

Am Sonntag mittag waren dann alle sehr müde und durchgefroren, aber zufrieden.

Wir beendeten den Paddeltag in einem Kaffee in Splügen und begaben uns auf den Nachhauseweg, natürlich nicht ohne Zwischenstopp beim “Mäckes” nach der Grenze in Lindau.

Wir hatten alles was zu einem geilen Paddelwochenende gehört, ausser SONNENSCHEIN !!!

Keine Kommentare möglich

Panorama Theme by Themocracy