Ostern 2010 in Lofer

Von fez, 7. April 2010 22:39

Wo wollten Bernhard und ich nicht alles hinfahren zum Paddeln an Ostern… Tschechien zuerst, das war uns aber zu kalt und zu expeditiv da ich bald meinen Opel verkaufen möchte. Oder ins Tessin, da läuft aber nichts. Oder ins französische Jura? Nee, das wird auch nichts.  Tricky lädt uns ein doch zu ihm nach Lofer zu kommen. Nach vielem hin und her gehen wir dann tatsächlich nach Lofer.

Karfreitag: wir stauen uns gräßlich durch den Osterstau nach Lofer.  War zu erwarten aber trotzdem nervig. Verblüfft stellen wir fest daß nicht wir spinnen oder mein Navigationsgerät der totale Mist ist sondern daß es tatsächlich zwei Ortschaften namens Lofer in nicht allzu großer Entfernung voneinander gibt. Glücklicherweise ließen wir uns zum richtigen manövrieren. Endlich der Autobahn entronnen  werfen wir noch einen Blick in den Weißbach der auf dem Weg liegt.  Dieser schaut  für unseren Geschmack recht wasserarm aus. Das will etwas heissen denn in der Kunst Bäche bei Minimalstpegel zu paddeln sind wir kaum zu schlagen. Auf der Runterfahrt nach Schnitzelreuth (ha ha ha!) bewundern wir die Schlucht und von der Straßenbrücke werfen wir noch einen Blick auf den letzte Stufe des Bachs. Er soll ja wenig Wasser haben der Weißbach, was man so liest. Aber wie wenig ist wenig genug, und wie viel ist genügend ?

In Lofer angekommen treffen wir uns auf dem großen Parkplatz in Ortsmitte mit Martina und Florian.  Die beiden haben ihren Blauwal, den NOAH C2,  dabei da ihr neuer Esquif Blast noch auf sich warten lässt. Es ist irgendwas um die 16.00 und wir beschließen da das Wetter so schön ist und die Tage ja schon lang sind noch geschwind Au bis Unken auf der Saalach zu paddeln. Der Wasserstand ist moderat, kein Vergleich zur Armada ein Jahr zuvor.

Diese 2 Stunden auf der Saalach in der unglaublich relaxten Abendathmosphäre werden wunderschön, die Sonne strahlt und beleuchtet die weit herunter verschneiten Loferer Berge aufs Schönste. Martina und Florian zirkeln ihren  NOAH geschmeidig durch die Kehrwässer, eine Wonne ist das.

Nach dem Unkener Schwall steige ich mal zu Florian als Frontpaddler in den NOAH und wir machen ein paar kleine Seilfähren. Maaan, ist die Kiste kippelig! Und anstrengend ist das – mein Respekt Martina!

Wir haben uns für die Übernachtungen eine Pension “geleistet” (genauso teuer wie der Zeltplatz glaube ich) um unsere Altherrenglieder gemütlich ins Bettchen legen zu können, nicht das ganze Kochgeraffel mitnehmen zu müssen und was ich so mag stundenlang kochend heiß zu duschen nach dem paddeln.  Nachdem wir unsere wenigen Siebensachen dort geschwind abgeliefert haben gehen wir in der Abenddämmerung noch beim Loferbach vorbei um zu schauen wie es mit Wasser ausschaut. Leider nicht so toll. Der Loferbach, welcher uns schon bei der Armada vor einem Jahr ziemlich gereizt hat aber damals relativ viel Wasser hatte und damit ausserhalb unserer Möglichkeiten war, führt so wenig Wasser daß er nicht einmal bespilkerbar ist. Schade.

Danach  treffen wir in der Loferer Pizzeria gemeinsam mit Martina und Florian die Karlsruher Riege mit welcher Ralf und Britta unterwegs sind. Die Gruppe ist sehr nett, und anscheinend ohne Vereinsmeierei  unterwegs so daß wir uns gleich willkommen fühlen. In den österreichischen Lokalen darf man übrigens noch rauchen! Schock! Aber nur bis Juli noch, dann ists aus mit der Herrlichkeit. Mann, wie ich das hasse abends wie ein Aschenbecher zu riechen.

Hier bei Pizza und Bier (was, Hefeweizenradler ? Ach an Russen manst ?,  ja genau!)  lauschen wir auch Andis Theorie von Schmelzwasserfluten die über den Tag abtauen , dann den Großteil der Nacht den Weg zu den Bächen hin vertrödeln um dort in den Morgenstunden gerade noch beritten werden zu können.  Hm. Mal schauen ob das morgen der Fall ist. Zuerstmal beschließen wir mit Martina und Florian auf die Slalomstrecke zu gehen da Martina im Laufe des Samstags nach Hause zurück muß um noch zu arbeiten.

Samstag: wir treffen uns morgend um 9 mit den beiden. Noch ist es relativ kühl, aber in der Sonne wirds schon besser. Wir nehmen noch das Stück oberhalb der Slalomstrecke mit welches startet ca. ab der Bücke nach Dingens (wo auch unsere Pension oben am Hang auf einer klasse Aussichtskanzel liegt).

Florian macht Fotos, ich habe meinen nicht dabei da ich ihn  mangels Unterbringmöglichkeit (beim nächsten Boot wird alles besser) im Pelicase auf den Knien transportieren muß und das mache ich eigentlich nur wenn ich tausendprozentig weiß daß ich nicht aussteigen muß da die Chance daß dann der Foto auch gleich davonschwimmt naturgemäß sehr groß ist.

Meilensurf oberhalb der Hubertuswalze

Saalach Slalomstrecke

Bald schon kommen wir zur eigentlichen Slalomstrecke. Diese ist wunderschön. Wir paddeln da wir noch nie hier waren lehrbuchmäßig von Kehrwasser zu Kehrwasser. M&F paddeln super im Noah, echt eine Schau ist das !

Einmal müssen sie rollen, blöderweise im Kehrwasser gegen einen Felsen anstehend. Das klappt natürlich nicht, kann nicht klappen und so müssen sie aussteigen. Ich hüpfe aus dem Boot und werfe den Wurfsack, Bernhard bleibt im Boot um falls notwendig jemandem nach zu paddeln. Die beiden sind aber Dank des Wurfsacks ruck zuck draußen und nach kurzer Ausleeraktion auch gleich wieder zum weiter paddeln bereit. Viel zu schnell sind wir durch, trotz kehrwasserfahren und “scouten” für den besten Ausstiegsplatz.

Die Slalomstrecke 5 oder 10 x länger – das wäre stark!

Ich schaue mir gründlich den kurzen aber heftigen Streckenabschnitt unter dem Teufelssteg an. Ich habe zwar schon verdammt Lust diesen Abschnitt mal zu paddeln aber für mich gibts einige Unwägbarkeit von denen ich nicht weiß ob ich sie in den Griff bekomme und falls nicht – ob ich im echt wild bewegten Wasser auch wieder hochrollen kann. Eigentlich bin ich da nicht so stark drin wenn heftigst rundgeht hoch zu rollen…Zum ersten ist da eine Art Welle/Walze auf halber Strecke der Anfahrt von der ich nicht weiß ob die mich nicht ziemlich aus dem Takt bringt oder gleich komplett ausbremst. Dann kommt eine wilde Zone die ziemlich in Richung eines riesigen Felsens drückt. Wenigstens gibts am unteren rand des Felsen ein Prallpolster das einm wieder wegschieben dürfte fall man nicht davon wegkommt in der Anfahrt. Aber weiter oben könnte man wahrscheinlich dumm einfädeln.  Das ganze Wasser wird zwischen zwei Felsen durchgepresst und formt heftige Verschneidungen und Schrägwalzen oder was weiß ich für Geschwurbel.

Kann gut sein daß diese mich irgendwas von diesen Dingern aushebeln würde. Und zu guter Letzt, nachdem man schon durch ist (auf welche Art und Weise auch immer) harrt im Ausgang dieses Kanal noch mal ein Felsen auf welchen alles Wasser draufdrückt. Tja, ein andermal vielleicht… aber irgendwann möchte ich da runter…

Wir paddeln die Slalomstrecke nur ein mal da wir noch zum Weißbach möchten. Er wird zwar mit Sicherheit nicht mehr Wasser als gestern haben und bestimmt auch nicht paddelbar sein – aber zumindest durchwandern möchten wir die Schlucht durch welche er fliesst. Und wir werden nicht enttäuscht, die Schlucht des Weißbachs ist echt eine Wucht!

Paddelbar ist er bei diesem Wasserstand sicher nicht, aber wir denken daß es allzu viel mehr wohl garnicht werden müsste. Laut Uli muß ein Betonrohr bei der Sägewerksbrücke in Weißbach nur knapp angespült sein. Das ist es zwar als wir dort sind, trotzdem sieht der Wasserstand in der Schlucht an vielen Stellen zu niedrig aus. Einfach schwierig einzuschätzen das!

nicht begehbarer oberer Teil der Schlucht

Die Schlucht ist bis auf den ersten Teil überall begehbar, das heisst aber noch nicht dass man auch überall aus dem Boot kommt.

Manchmal ist aber wegen Holz ein Abschnitt zu umtragen und leider relativ weit zu umtragen da man in den engen Schluchtabschnitten  nur recht selten Kehrwasser findet aus welchen man zum Weg hochkraxeln kann.

offener Abschnitt

Wir sind ziemlich begeistert vom Weißbach,  ein Bach wie man ihn sich in seinen Paddelträumen vorstellt. Ein Idealbild quasi. Da muß man wohl eben auch die eine oder andere weiträumige Umtrage akzeptieren.

schöne Stufe

Stufe folgt auf Stufe

An richtig schweren Stellen folgen ca. auf Hälfte der Strecke eine unsaubere, nur knapp überspülte hohe Stufe, bald danach eine Doppelstufe  in einen Tump mit stark angespülter und wohl auch unterspülter Wand und weiter unten den “Gedrehten” ein ziemlich blöde aussehender Fall + Stufe . Im Fall liegt zu allem Überfluß auch noch ein fetter Baumstamm. Alle diese Stellen müssten wir sowieso umtragen.

Hier der Link zu einem tollen Fotoalbum von Uli vom Weißbach, incl Bepaddelung des “Gedrehten”.

Wir haben auf jeden Fall eine Menge Spass an diesem Tag und der Weißbach erhält einen prominenten Platz auf unserer Liste “50 Bäche der Welt die unbedingt noch gepaddelt werden müssen”

Abends treffen wir uns wieder mit den Karlsruhern in der Pizzeria und jeder berichtet von seinen Abenteuern.  Ein ganz ganz klein wenig hoffen wir noch auf den versprochenen Regen für die Nacht um dann morgen einen paddelbaren Wasserstand auf dem Weißbach anzutreffen – aber eigentlich wissen wir das dieser Fall nicht eintreten wird.

Da ich tollerweise den Schnupfen bekommen habe und die Wasserstände mit großer Wahrscheinlichkeit am Sonntag nicht steigen werden entschliessen wir uns dazu schon Sonntag nach dem paddeln nach Hause zu fahren und nicht erst Montag. Das freut auch meine kleine Tochter die dann wenigstens Montag mit mir Ostereier suchen kann ;-)

Sonntag

Natürlich hat es nicht geregnet, auch gut, denn das Wetter ist fantastisch, Sonnenschein und Wärme. Wir gehen mit den Rheinbrüdern auf den kleinen Schluchtabschnitt der Saalach oberhalb des Zeltplatzes um dann weiter zu paddeln und noch die Slalomstrecke anzuhängen. Die kleine Schlucht hat zwar sehr wenig Wasser, trotzdem ist dieser Streckenabschnitt ein Sahneschnittchen! Gute Verblockung mit Paddelspaßgarantie!

Osterhase

Tricky im Korkenzieher

Vor der Slalomstrecke steigt Britta aus, Sie hat Rückenschmerzen und fühlt sich nicht so doll.  Dafür fotografiert Sie – Danke! Auch Tricky hat heute nicht den richtigen Drive und steigt am Anfang der Slalomstrecke aus dem Boot.

Micha aber wills wissen und paddelt die Slalomstrecke. Und Sie macht das klasse! Andi paddelt ihr voraus und ist am Schluß ganz aus dem Häuschen.

Micha wills wissen

Ca. auf der Hälfte der Strecke gibts eine kleine Stufe links eines Felsens. Ich lasse mich eine Sekunde zu lange treiben und eiere zimlich über das Stüfchen um direkt unterhalb im Kehrwasser zu enden.

Micha endet auch in diesem Kehrwasser ab weil sie einen Tick zu weit links paddelt und vom dortigen überonnenen Felsen nach rechts gedrückt wird.

auch nicht wie geplant…

Sicher kommen alle am Ausstieg an und raus. Bernhard und ich paddeln nochmal.  Ach ach! wäre diese Strecke doch nur um einiges länger.

Dann schlagen wir ein Ei drauf und gehen rauf zum Parkplatz wo wir nochmal alle treffen und uns verabschieden. Und genau wie es Bernhard prognostiziert hat fängt es genau als wir mit dem Beladen des Auto fertig sind an zu regen. Zeit daß wir nach Hause kommen.

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