Untere Murg bei 25 Grad

Von Wooly, 4. Juni 2007 11:38

Ws ist Sonntag Morgen, 8.30, der Wecker klingelt und ich jage sofort aus dem Bett vor den Rechner, mit zitternden Fingern die HWZ angeklickt … Server mal wieder unten. Schnell in Forbach angerufen bringt die erste Ernüchterung, Abgabe 6 Kubik …. buhhhhhh …. aber vielleicht leitet das Kraftwerk heute nichts ab, es kommt noch ein Schwall, ein Weltwunder geschieht … ich will PADDELN !!!

Kurz darauf ruft Bernhard an, auch er will paddeln, auch er will nicht auf die untere Enz sondern an die Murg, auch ihm ist der Wasserstand egal und das wird schon, was schert und das Ansageband des Rudolf Fettweiss Werkes, und was das in Rotenfels welches ebenfalls nur 58cm vermeldet …egal !!!

Frühstücken, Boot aufs Dach, das ganze Paddelgerödel hinten rein und los geht es. Ich bin relativ früh dran, gleich mal einen Blick über die Brücke am Ausstig riskiert, hier bewahrheitet sich die schon beim Hochfahren schmerzlich festgestellte Wasserknappheit …

da haben wir den Salat

Eieieiei das sieht nicht gut aus … andererseits, machen wir halt eine Erstbefahrung bei Niedrigswasser und schauen bis wohin wir kommen, das Wetter ist einfach zu geil und das Wasser zu klar, um nicht wenigstens ein paar schöne Photos mitzubringen. Hier werden heute nachmittag definitiv ein paar neue Kratzer drin sein …

222

Kurz darauf kommt ein entnervter Bernhard an, der die Hartnäckigkeit Rastatter Sonntagsfahrer, was das Halbieren der Richtgeschwindigkeit auf öffentlichen Strassen angeht, starkt unterschätzt hat, schaut ebenfalls über die Brücke, das wird schon, mal sehen, und schon sind wir umgezogen, umgepackt und auf dem Weg gen Forbach.

Am Wehr in Forbach angekommen beruhigen sich unsere Nerven etwas, scheinbar wird heute fast oder gar kein Wasser abgeleitet, und was da Murg hinunterfliesst ist zwar wenig, aber definitiv Wasser und es scheint zu reichen.

genug!!

Schnell die Boote zum Ufer geschleift, auch der zweite Blick verheisst Gutes, das sollte auf jeden Fall langen um irgendwie herunter zu kommen.

Sobald wir auf dem Wasser sind ist alles gut, es hat 25 Grad, die Sonne scheint, und die Murg ist auch bei diesem Wasserstand erstaunlich gut fahrbar. Man muss zwar mehr zirkeln als sonst, das macht aber einen Heidenspass, und die vielen Surfwellen sind immer noch in ausreichender Zahl vorhanden …. ahhhh

yeah

yeah

Kurz vor der Neunerstufe lege ich den Grundstein zum Titel “Pechvogel des Tages”, mitten in der schönsten Surfwelle drückt es mir die Spritzdecke ein und ich saufe jämmerlich ab, und muss von Bernhard per Wurfsack ans Ufer geschleppt werden …

abgesoffen

Der Katarakt direkt vor der Neuner-Stufe sieht ziemlich steinig aus, aber nach dem eine Linie ausdiskutiert ist kommen wir beide ohne Probleme durch, dieses Gekurbel wird immer witziger, Bernhard fährt gleich noch einmal für die Kamera.

Katarakt

Die Neunerstufe selber fahren wir nach längerer Beratschlagung beide nicht, da alle in Frage kommenden Linien einfach zu schmerzhaft aussehen …. da wären 10 Kubik mehr im Bach doch sehr hilfreich .. ;-) )

Weiter geht es mit Kurbeln, Surfen & Unterschneiden bis der Arzt kommt, und das Wetter und die Stimmung wird immer besser … wer redet denn da von Mindestwasserstand 20 Kubik …. pahhh

Kerze

Schnell sind wir beim ersten Schrägwehr angekommen, und rumpeln es wie immer herunter, auch das geht. 20m danach bleibe ich an einem gemeinen Stein hängen, mein Heck unterschneidet selbstständig, und die nächsten zehn Meter verbringe ich damit, kopfüber über Steine zu dengeln und verzweifelt zu versuchen das Boot zu verlassen … Aua … wo ist denn das Wasser hin?

Aua

Nachdem ich mich incl. Bootsinhalt wieder aufgesammelt habe, geht es weiter, aber irgendwie, Wasser hallo Wasser ? Immer mehr müssen wir kurven, irgendwie ist auf einmal fast nichts mehr drinn. Anscheindend ist das meiste Wasser am Wehr rechts Richtung Holzmann II abgeleitet worden, nur merkt man das normalerweise nicht so.

Etwas mühsam schlagen wir uns bis zum Holzmann Katarakt durch, der bei diesem Wasserstand zwar aussieht wie mitten im tiefsten Korsika, leider aber auch eher … deng schepper doing … und durch. Höhnischerweise zischt 300m weiter das ganze angeleitete Wasser zu einer noch grösseren Surfwelle als sonst von rechts in die Murg, das ist jetzt aber auch schon kein Trost mehr.

Trotzdem glücklich & erschöpft schleppen wir die Boote zum Auto, aber schön war es trotzdem. Womit bewiesen ist, das man die Murg auch gut bei Niedrigwasserstand fahren kann, allerdings sollte man dann bei Holzmann I schon austeigen, die Zufahrt müssen wir demnächst mal scouten.

Alle Bilder gibt es hier

Eine Antwort für “Untere Murg bei 25 Grad”

  1. fez sagt:

    aaah – ein Genuß dieser Report und zugehörige Bildchen !

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