Bregenzer Ablaßgeplätscher 09

Von fez, 12. Juni 2009 22:46

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Das Kanumagazin hatte vollmundig “satte 15 m³ blabla” und “quirliges Wildwasser und dicke Backen” versprochen – aber leider weit gefehlt! Als wir bei strömenden Regen unterhalb des Wehr in Bezau einsteigen plätschert nur sehr wenig Wasser im Bach. Wir, das sind Florian und Martina im Blast, Hayo, Felix, Bernhard und ich. Na, das kann ja was werden…

Die Temperaturen sind auch nicht so wie man sich das vorstellt.

Wir quälen uns schraddelnd und polternd bis zum Wehr von Andelsbuch hinunter und schwören uns fluchend nächstes Jahr nicht mehr zu kommen. Fahrspaß will nicht aufkommen, anstrengend ist es und vorwärts kommt man erst nicht. Na ja, zumindest haben wir persönlich unseren Spass miteinander, einfach nette Leute hier!

Und zumindest ein kurzer Streckenabschnitt bietet trotz Niedrigwasser sehr viel Spaß – eine kurze Klamm.

Bilder von Martina:

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Hayo in lässig- ruhiger Manier:

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Und ich

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Dann am Wehr von Andelsbuch schauen wir uns das Treiben an. Kajak nach Kajak hupft runter, und wenn ich diese ganzen Leute mit eigenartiger Technik (vor der Wehrkrone paddeln wie wild dann im richtigen Moment KEINEN Boofschlag setzen sondern abkippen..) da runterfallen sehe dann denke ich also so sollte ich das eigentlich auch hinbringen.

Florian und Martin sind schon ganz heiß darauf das Wehr zu fahren. Sie machen das dann auch und es sieht fantastisch aus wie sie den Riesen-Blast weit über die Wehrkrone ziehen und runterboofen. Da sie mit dem ersten Versuch nicht ganz glücklich sind (für mich sah er prima aus) machen sie es gleich nochmal. Echt stark !!

Bild von Florian:

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Felix entschließt sich dazu runterzuhupfen. Aah, super – ein Versuchskaninchen ! Felix paddelt in seiner Spanish Fly los aber paddelt viiiel zu weit rechts auf die Wehrkrone zu. Rechts ist kein tiefes Unterwasser sondern nur eine felsige Fischtreppe oder was das auch auch immer sein soll. Oooooooh…, ein Stöhnen geht durch die Menge, scheiße, scheiße!!! Er booft zwar sauber drüber, ballert aber dann ungespitzt am Rand der Steineblöcke rein, überschlägt sich seitlich und schwimmt.

Scheinbar hat er mit der Bootsspitze doch noch ein wenig Wasser mitgenommen was den Aufprall etwas abgemildert hat denn es ist ihm Gott sei Dank nichts passiert. Nur ein bisschen blass um die Nasenspitze ist er.

Nun macht sich Hayo daran runterzupaddeln. Wir denken dass er durch das Schicksal des Versuchskaninchens gewarnt sich mal ein gutes Stück weiter links runterstürzt. Aber nein… das gibts doch nicht! Schon wieder zu weit rechts! Ich stehe links oben auf dem Wehr auf der Randmauer und versuche ihn gestikulierend weiter zu mir her auf die linke Seite zu locken, er konzentriert sich jedoch logischerweise auf seinen Boofschlag und lässt sich nicht von mir beirren… Er kracht zwar nicht direkt in die Steine aber auch dort wo er landet ist das Unterwasser nicht richtig tief sondern verbirgt einige Steine. KRACH! Auch ihm passiert nichts außer dass er Crashtestdummiemäßig nach vorne auf seine Auftriebskörper knallt und dann schwimmt, aber sein Ocoee hat jetzt eine Haifischmaul-ähnliche Delle an der Front.

Jetzt sagt Bernhard dass ers auch macht und eendlich, ein vorbildlicher Hupfer:

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wehr3

Das Bild oben musste ich leider ziemlich bearbeiten damit man was erkennen kann, schade.

Nach dem nun alle gesprungen sind denke ich scheiß drauf, jetzt hupfe ich da auch runter. Wenn ich weit genug links fahre kann ja eigentlich nichts passieren. Das Unterwasser ist dort scheinbar tief, der Rücklauf sieht nicht bissig aus und wenn andere im Kajak mit Marginaltechnik da runterkommen wirst du es auch schaffen…

OK, ich trage rauf, paddle los und konzentriere mich darauf mit Offside-Schlägen den Quake ein wenig in Schwung zu bekommen, nicht zu doll, die Nase schön nach rechts schauen lassen um sie dann mit dem Boofschlag im fallenden Wasser gesetzt nach links in die Luft zu drücken. Und – zu meiner großen Überraschung funktioniert das boofen im Quake dermaßen gut dass ich schon zu viel Impuls gebe und schon fast zu flach unten aufs Wasser klatsche.
Hammer, das gibts doch nicht, ich bin vollkommen baff. Kein Tropfen Wasser im Boot, aber trotzdem, aus größerer Höhe möchte ich so nicht landen…

Bild von Florian:

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Also gleich nochmal rauf aber auch beim zweiten Mal klappt es nicht wesentlich besser, wieder ist die Landung eher zu flach und hart. Na denn.

Wir treffen hier am Wehr Siggi im blauen Quake und er ist ganz aus dem Häuschen dass ich nun auch einen Quake habe:-)))

Am Wehr kommt scheinbar noch irgendwie Wasser dazu denn es geht nicht mehr ganz so kratzig weiter. Aber immer noch ist der Wasserstand weit von dem des letzten Jahres entfernt. Der wuchtige Katarakt welchen ich vom letzten Jahr bald nach dem Wehr in Andelsbuch in Erinnerung habe ist nurmehr ein ganz und gar unwuchtiges Kataräktchen.

Ab- und zu gibts wirklich nette Spielstellen, aber zwischen den netten Stellen gibts eben auch immer wieder ungutes Gekratze und Flachpwasserpassagen.

Hier machen wir an einer hübschen Surfwelle rum.

Hayo:

hayo

Siggi:

siggi

Felix 1 und Felix 2, ich kann mich nicht entscheiden welches mir besser gefällt.

felix

felix2

Nach einiger Zeit kommen wir dann an die Stufe mit Prallwand. Die Stufe ist zwar immer noch eindrucksvoll aber lange nicht so druckvoll wie letztes Jahr, die Prallwand ist keine wirkliche Prallwand mehr.

Felix erkundet die Sneakline. Dieses Stüfchen gefällt mir so gut dass ich es auch paddle.

stufe_felix

Bernhard nimmt den direkten Weg und taucht tiief in die Walze ab:

abtauchen

Martina und Florian stylen sich wieder einen. Einfach eine Wonne den beiden zuzuschauen!

stufe_tandem

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stufe_tandem2

stufe_tandem3

Irgendwann später kommen wir zu der hübschen Blockpassage an der Straßenmauer, hier geht die rechte Route diese Jahr nicht , bzw. sie sieht blöd aus. Einige Kilometer und gekratze weiter, ich werde so langsam echt schlapp sind wir bei High5. Bernhard und ich legen hier eine kurze Pause ein und verteten uns etwas die Beine. Hayo macht Schluß da ihn seine Frau hier abholt. Felix, Florian und Martina paddeln weiter, sie drängt es in Richtung trockene Klamotten.

Bald nach Hig5 kommt nochmal eine relativ schwere Stelle , daran erinnere ich mich noch gut. Die Stelle war letztes Jahr wuchtig aber gut zu machen. Als wir diese Jahr drauf zu paddeln denke ich schon: hm, das sieht aber nicht so ohne aus… Durch das wenige Wasser ist die wuchtige Stelle enger geworden, jetzt steht da irgendwie ein halb überspülter Felsen so unpraktisch in der Durchfahrt rum… Ich paddle auf das S zu und weiß ehrlich gesagt nicht so richtg wie ich mich verhalten soll. Versuchen über den Fels zu kommen ? Nee, der sieht extrem blöd aus. Auf das Prallpolster aufreiten, das ist ja kein richtiges Prallpolster? Versuchen in der Hauptströmung zu bleiben? Links in ein stark schäumendes Walzen-Kehrwasserähnliches Ding einfädeln?? Genau so kommt dann auch weil ich die Situation ein wenig zu lange sich entwickeln lasse. Ich fädle in das Wälzchen in der Innenkurve des S ein, huuh hier drückts ja irgendwie von allen Seiten…, arbeite mich da zwar wieder raus, habe aber beim verzweifelten Stützen (nein, ich will HIER jetzt nicht abtauchen, ich will nicht, nein!!) jede Menge Wasser getankt. Mit vollem Boot rette ich mich in ein Mikrokehrwasser am Ausgang des S – vor einem großen Felsen und rechts lauernden überspülten Felsen mit Hammerloch. Ey super!

Ich springe aus dem Boot und kann mich auf einer abschüssigen Platte irgendwie halten aber das Boot bekomme ich hier nicht rausgezogen deshalb pumpe ich es so gut das eben geht leer. Mann, strengt das an! Dann hupfe ich wieder ins Boot, ein Offener hat eben auch Vorteile! und mache eine strenge Seilfähre & kraftvolle Abwärtsquerung um dem wenig unterhalb lauernden fiesen Loch auszuweichen was auch gut klappt. Huh, für mich die schwerste Stelle heute.

Als wir eendlich beim Parkplatz in Dingenskirchen ankommen sind wir Fix und Foxi. Ca. 20 km waren das jetzt und das bei Niedrigwasser und Gekratze. Mann, Mann, Mann!

Wir setzen um.

Beim runterfahren werde ich vom hinter mir fahrenden Auto angeblinkt dass ich anhalten solle. Die beiden Paddler sagen mir dass mein Boot, der Remix, der da auf dem Dachständer noch befestigt ist lose befestigt sei. Tatsächlich ? Die Bänder sind lose…??? Ich steige wieder ein, fahre weiter und grüble drüber nach warum denn diese Bänder lose sind… Seltsam ?? Die können sich doch nicht von selber lösen und heute morgen waren sie noch fest. Dann auf einmal weiß ich warum: Da wollte jemand sich einen schicken Remix rauslassen… Er hat dann wohl gemerkt dass der Remix ein C1 ist und damit konnte er dann nicht anfangen. Verdammte Säcke!!!

Wir sind nun hungrig wie die Bären deshalb gehts nach der Verabschiedung von Felix, Martina und Florian welche zum Vorderrhein weiterfahren, so schnell wie möglich zum Zeltplatz von Doren, bauen schnell das Zeltchen auf und gehen dann direktemang in unser urgemütliches “Stammlokal”. Leider ist Marcus nicht dabei, so gibts keine Käsespätzle , denn die gibts erst ab 2 Personen und Bernhard ist wieder die Schupfnudeln.

Als wir glücklich und gesättigt später aus dem “goldenen Adler” kommen gibts draußen einen Prachtsonnenuntergang zu sehen welcher die Bergreihen gegenüber der Aussichtskanzel Doren fantastisch beleuchtet:

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Bild von Bernhard:

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Was ein Tag, toll.

Am Zeltplatz schnappen wir uns unsere Stühle und setzen uns mit einem Kaffee runter an die Ache. So muß das Leben sein. Aaah, sehr gut.

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