Cboat-Armada 09

Von fez, 30. Mai 2009 23:52

Die 4. Cboat-Armada ist vorbei. Es war eine sehr schöne Armada, wohl auch die bisher größte. Hier meine Erlebnisse bzw. ein kleiner Teil davon.

Der Charakter jeder Armada war bisher unterschiedlich. Die ersten beiden waren klein und familiär, von Matt im Clubhüttli im Simmental ausgerichtet. Die dritte Armada litt ein wenig unter Ihrer Zerissenheit durch den Ortswechsel von der Bregenzer Ache an den Vorderrhein und die Aufteilung in viele Grüppchen. Die 4. Armada war für mich wieder eine schönere Armada, sie war ein Treffen aus einem Guß.

sabrina_gumpen11

Mittwoch: Aus dem letzten Loch pfeifend schaffe ich es um 16.00 die Firma abzuschließen. Eigentlich wollten wir um 17.00 losfahren aber ich muß ja noch packen… Maan, ist das ein Stress. Also erstmal Bernhard anrufen und sagen dass es später wird, dann heim und alles Geraffel geschwind ins Auto geworfen. Natürlich vergisst man so die Hälfte das ist aber nicht zu ändern. Am Ende hatte ich dann doch nur Pfeffer, Salz, Essig und Öl vergessen. Garnicht mal schlecht die Bilanz. Noch duschen um nicht allzu stinkstiefelig in Urlaub zu fahren, Bernhard in der Uni abgeholt und dann ab auf die Autobahn. Diese ist grauenhaft voll, wir stauen uns nach München. Mist, ich bin schon am frühen Abend total kaputt, was soll das bloß noch werden… Bernhard trinkt schon mal ein Bier und ich versuche wach zubleiben. Kurz vorm Irschenberg lassen wir uns von Lisa unserer TomTom-Dame in die bayerische Pampa führen denn hier irgendwo hole ich einen 69er Remix ab. Wir kurven auf immer kleinere Sträßchen durchs Hinterland vom Irschenberg. Später, wieder auf der Autobahn kaufe ich mir dann noch ein österreichische Pickerl weil ich Lofer vollkommen falsch auf meiner inneren Landkarte einordne. Der moderne Mensch hat es ja nicht mehr nötig auf eine Landkarte zu schauen sondern gehorcht blind seinem Navi… Toll, wir kommen garnicht auf die österreichische Autobahn. Morgens um 2 kommen wir in Lofer an und schlafen auf dem Parkplatz des Fußballplatzes. Gott sei Dank ist klasse Wetter, wenn es jetzt geregnet hätte dann weiß ich nicht was wir gemacht hätten. Na ja, irgendein trockenes Fleckchen hätte sich sicher auftreiben lassen und wenns das Buswartehüttchen gewesen wäre.

Donnerstag: zum Frühstück rüber zum Zeltplatz, dort werden wir erstmal tüchig vom Zeltplatzchef angemeckert und weil wir es gewagt haben uns vor die Schranke zu stellen. Die Dame an der Rezeption ist aber sehr nett und so sind wir bald angemeldet und wissen auch wo die Cboats-Gruppe logiert.

Es sind wirklich eine ganze Menge Leute da, auch viele Leute da die ich noch garnicht kenne, stark! Großes Hallo in die Runde. Ich begrüße Jakke aus dem wwb und seinen Freund Nils. Wir brauen uns erstmal einen Kaffee um wieder etwas auf die Beine zu kommen.

Bald wird die erste Ausfahrt gestartet, wir fahren nach der James`schen Maxime: Mit möglichst vielen Autos zum Einstieg fahren, Boote abladen, dann mit möglichst vielen Autos zum Ausstieg fahren, um mit mit möglichst wenig Autos wieder hoch zum Einstieg fahren auf den leichten Abschnitt der Saalach von Au bis Unken. Oder wars von Unken bis Au ? Egal.

Die Saalach hat schön viel Wasser, der leichte Abschnitt brummt ziemlich gut durch. Der schöne etwas technisch-wuchtig schwierigere Abschnitt dieser Strecke hätte bestimmt noch mehr Spass bereitet hätte nicht sofort die Armada-typische Schwimmorgie mit mehreren Leuten gleichzeitig begonnen, so war mehr rausfischen und bergen angesagt als spielen angesagt. Aber das gehört dazu, kein Gemecker ! War wirklich schön. Ich muß gestehen ich war überrascht wieviel Spass der Bach gemacht hat! Ich hatte mehr so ein müdes Geplätscher an Kiesbänken erwartet, aber weit gefehlt , die Unken bis Au Saalach weiß mit tollen Kehrwässer, kraftvollen Löchern und sogar einer kleinen Schlucht zu begeistern – zumindest bei der Menge an Wasser die heute drin war.

Allgemeines palavern jeder mit jedem in den Kehrwässern oder nach den Bergungen. Ich lerne Martin aus Tschechien im C1 LL Hoss kennen der paddelt wie ein Gott sowie und Frank (=Fish im wwb) – auch ein sehr netter Mensch.

Irgendwo im unteren Drittel der Strecke steigen wir aus und gehen 2 Minuten hoch wo ein Seitenbach durch ein kleine Klamm herunterplätschert. Hier gibts die Möglichkeit vom Geländer in einen Gumpen zu hupfen was auch ausgiebig getan wird. Mir ist das Wasser zu kalt muß ich ehrlich sagen. Ich bin wohl etwas zu dünn angezogen und habe mich mal wieder von den heißen Aussentemperaturen täuschen lassen – das Wasser ist schon recht frisch finde ich in meinem dünnen Neopullöverchen.

Sabrina lässt sich (wie die meisten anderen) natürlich nicht schrecken:

sabrina_gumpen11

Angus schaut wie ich lieber entspannt den Treiben zu:

angus

Im letzten Schwall kurz vorm Ausstieg der auch nochmal relativ wuchtig ist schwimmt Stefan und prellt sich schmerzhaft die Rippen. Er muß deshalb leider am Freitag schon abreisen.

Auf der Rückfahrt zum Zeltplatz fahren wir noch die wenigen Meter zum Loferbach hoch, ein faszinierender eher technischer Bach der mit wenigen kleinen Kehrwässern ziemlich durchrauscht und viele Höhenmeter abbaut. Der Bach fasziniert uns sehr, genau die Art Bach unserer Träume. Technisch, zirkelig , oft grünes Wasser nicht nur weißes Gerausche.

stufe_loferbach

Hier ein Video von dieser Stufe von KanuUli Loferbach

Der untere Teil ab einem Wehr sieht zu schwer aus für uns, der obere Teil aber sollte gehen. Nur eine Walze nach einem Art Kanal in welchem zur Hälfte ein Baum drinhängt macht uns Sorgen. Paddeln wollen wir es zu zweit allerdings nicht, wir hoffen aber vielleicht noch Mitstreiter zu finden am Freitag oder Samstag.

Wieder beim Zeltplatz kochen wir im heftigen Gewitterregen im Zelt Spaghetti was die Luftfeuchtigkeit in Dampfbad-ähnliche Höhen treibt. Dann machen wir noch einen Salat aus Radieschen und Tomaten welche ich mitgebracht habe. Jetzt wäre es nicht schlecht essig und Öl zu haben…. na ja, dann muß halt das Öl der eingelegten Oliven genügen.

Es gewittert und regnet heftig aber unter dem großen Zelt das James mitgebracht hat ist es trocken und nett. Leider sind wir stinkemüde und werden deshalb nicht so richtig alt und verschwinden um 10 ins Bett.

Freitag: Am Vorabend lernen wir Andreas kennen und vereinbaren gemeinsam mit einigen anderen an die Salzach zu fahren. James, Angus, Hayo, Andreas (Rurpaddler im wwb), Nils (der Freund von Jakke im Finkenmeister) und das niederländische Pärchen Wouter und Annemieke schliessen sich an.

Wir fahren dem ganzen Tross voraus da unser Navi den Ort an welchem der Einstieg ist gefunden hat. Da ich offensichtlich einen Fehler bei der Routenwahleingabe gemacht habe und unser Navi versucht Straßen mit Mautgebühren zu vermeiden fahren wir eine eindrucksvolle Route über einen Pass. Wenigstens mal ein bißchen British Columbia-Feeling! Das Wetter ist wie im April, Sonne und Regen wechseln einander im Minutentakt ab.

Der Einstieg unterhalb des Bahnhofs ist unheimlich schwer zu finden, denn der Bahnhof stellt sich maximal als wartehäuschen heraus. Wir kurven ganz schön in der Weltgeschichte umher.

Der erste Blick auf die Salzach zeigt dass das heute ein big-water-Tag werden wird. Massiv Wasser im Bach , große Wellen, aber scheinbar immer auch eine Fahrtroute am gröbsten Zeug vorbei sind zu sehen.

Der Einstieg geht auch gleich ziemlich schwungvoll los über eine Art wuchtige Rutsche oder Schräge unter einer Eisenbahnbrücke hin zu ein paar großen Löchern an deren Ende. Ich steige relativ tief hinunter zum Bach weil man dort einfach einen Pfad runterlaufen kann, die anderen steigen etwas höher ein wo man blöd über eine steile Schotterreisse an welcher ein Seil angebracht ist zum Wasser runterkraxelt.

Ich warte erstmal ab wie das aussieht bei den Leuten die höher einsteigen und schon bald sehe ich James im Höllentempo die Rutsche runtersausen. Er quert dabei gut nach rechts und schwingt erwartungsgemäß prima ins Kehrwasser ein.

Gut, dann versuche ich mal mein Glück, ich schwinge in die Strömung ein und ziehe dann bestimmt 4 oder 5 Offsideschläge so tief wie möglich durch um ohne Geschwindigkeitsverlust schräg nach rechts zu queren. Dann wechsle ich auf onseitig um in den Wellentälern immer wieder in Richtung rechtes Ufer zu beschleunigen. Boah, drückt das hier! Ein paar Meter tiefer als James komme ich auch ins Kehrwasser. An fotografieren ist aber nicht zu denken, im Kehrwasser gehts ständig auf und ab und aussteigen ist nicht möglich. Bernhard paddelt heute nochmal im Remix 69 mit welchem er zwar eigentlich nicht so ganz glücklich ist, der aber heute vielleicht die bessere Wahl als der EZ ist. Die anderen im OC versuchen erst garnicht rüber ins Kehrwasser zu kommen sondern ziehen geradeaus durch die großen Wellenzüge. Das sieht sehr imposant aus. Stark. Nils im Finki versucht die Querung, merkt aber bald dass es ihm nicht reichen wird und richtet das Boot wieder geradeaus. Tiefer findet man sich dann wieder irgendwo im Kehrwasser.

So gehts dann auch schön weiter, immer gut Druck, mächtige Wellen und ab- und zu ein paar Löcher, aber alles im grunde immer gut umfahrbar.

Ein paar hundert Meter tiefer hat dann Annemieke einen heftigen langen Schwimm. Ein Rudel Boote fährt neben ihr her aber keiner traut sich so richtig ran an Sie da Sie die ganze Zeit das Boot festhält und man befürchten muß Sie zwischen dem eigenen und ihrem Boot einzuklemmen. Das wuchtige Wasser macht die Sache nicht einfacher. Nach einigem Anbrüllen von verschiedenen Seiten lässt Sie ihr Boot endlich los und hängt sich ich glaube bei Angus ran. Ihr OC wird auch rumgedreht von Angus. Trotzdem dauert es ziemlich lange bis er mit ihr in ein Kehrwasser gelangt, der Fluß rauscht nämlich ganz schön gewaltig dahin…

Nils rollt öfters sauber hoch aber irgendwann muß auch er aussteigen und schwimmt relativ übel und verdreht sich das Knie. Er kann sich selbst ans Ufer retten, der Finki wird von James rausgeholt. Ich bin am Ufer, möchte mir was zu essen aus dem Boot holen und bringe dadurch den Remix ins rutschen, er fällt zurück in den Bach und schwimmt davon. Scheisse! Na ja, wenigstens treibt es aufrecht dahin, Angus kann es ein gutes Stück tiefer gut rausholen. Das ist auch die einzige Gelegenheit für mich mal endlich ein Foto zu machen! Das sieht ja recht harmlos aus, aber der Bach war wirklich schnell….Zu sehen sind Nils, James und Andreas.

salzach

Am Abend stehe ich mit Angus beim fachsimpeln zusammen und wir bemerken dass wir zwei völlig verschiedene Konzepte beim Offside-Vorwärtsschlag verfolgen. Angus dreht die Offide-Schulter weit in Richtung des Schlages nach hinten um dann beim nächsten Onsideschlag schon gut vorgespannt zu sein und die Körperspannung zu nutzen. Ich dagegen versuche (zumindest wenn ich mir darauf konzentriere, im WW verschwurbelt das dann schnell) die Offside-Schulter und die Offside-Hüfte in einer gegenläufigen Bewegung entgegen der Schlagrichtung nach vorne zu drehen um auch offseitig den Hüftstoß ausnutzen zu können. Mal wieder führen zwei Wege nach Rom.

Samstag: Eigentlich wollten Bernhard und ich heute auf den Loferbach aber es finden sich leider keine Mitstreiter und alleine ist uns das zu unsicher, wenn dort einer schwimmt kann man das Boot vergessen, das wäre erstmal weg. So gehen wir mit einer Riesengruppe zur leichten Entenlochklamm. Der scenic Drive wie Angus meint. Das war eine gute Entscheidung, denn die Entenlochklamm stellte sich mit dem vielen Wasser das sie führte sehr sehr spassig dar. Das Wetter war grandios und so stand dem Vergnügen eigentlich nur im Wege dass wir zu hoch einstiegen, dann irgend jemand bemerkte dass der obere Flußabschnitt eigentlich bis zum 6. Juni gesperrt ist. So stieg dann die gesamte Riesengruppe mitten in Kössen aus dem Bach und umtrug diesen Abschnitt bis zum Bauhof, dem eigentlichen Start der Entenlochklammstrecke.

Hier Irmi am eigentlich verbotenen Einstieg. Noch ahnte niemand was. Ich hoffe dass wir durch unsere von Falk angestossene Umtrageaktion aber den guten Ruf der Stechpaddler gerettet hat.

irmi_tiroler_ache

Nach der Umtragerei schon mal richtig fertig vor dem richtigen Einstieg: Jakke, Bernhard, Loisachqueen, Frank, Nils, Andreas, Arno

umtrage

In der ELK hatten wir Spass ohne Ende, Bernhardsquirtete was das Zeug hält, ich vergnügte mich mit den lustigen Pilzen (nein, keine halluzigene), mit Surfwellchen und Kehrwasserspielereien. Wahnsinn, so schön heute dort. Ich bin die ELK schon mal vor 3 oder 4 Jahren mit dem Deliriuos bei viel weniger Wasser gepaddelt und das war nur halb so schön.

Hier Arno auf einer wunderschönen Surfwelle die auf dem Foto überhaupt nicht erkennbar ist.

entenlochklamm

Samstag Abend war für uns dann Heimreise angesagt so verpassten wir leider das große Spaghetti-Essen das James veranstaltete. Sehr traurig.

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