so stoked…

Von fez, 13. Januar 2015 18:55

“stoked” – adjective – to be “stoked” is to be completely and intensely enthusiastic, exhilirated, or excited about something. those who are stoked all of the time know this; being stoked is the epitome of all being. when one is stoked, there is no limit to what one can do.

Seit 2007 träumen Claudius und ich unabhängig von einander von der Raumünzach. Lange Jahre war nicht dran zu denken – da einfach noch viel zu schwer. Aber irgendwann war es soweit zu überlegen – mmmhhh, zumindest der obere Teil könnte drin sein! Und selbst wenn wir nur bis zum Wehr, noch die große Rutsche paddeln könnten, das wäre ja auch schon mal was. Die Raumünzach reizte also gewaltig!

Es fanden sich jedoch nie niedrigst paddelbare Wasserstände (80 – 90 cm Pegel Schönmünz), der Bach läuft halt eh superselten, zudem war der Bach stark verholzt.

2012 hatte ich mit Bernhard mit recht wenig Erfolg versucht einen Baum aus dem “V”, einer markanten Stelle der oberen Raumünzach, zu bekommen. Ohne richtiges Gerät war nichts auszurichten. Claudius, wie immer erfrischend motiviert, machte dann 2014 einen Kettensägekurs. Mit dem Fichtenmoped sowie der Hilfe von Bianca und einigen jungen Wilden konnten wir einige Bäume raussägen. Dieser Arbeitseinsatz hatte sich echt gelohnt!

Als wir morgens 8.00 Uhr in die Raumünzach sahen war uns noch etwas zu viel Wasser im Bach, später merkten wir dann dass ein Schönmünz-Pegel von ca. 90-100 cm eigentlich ideal sein könnte. Anstatt zu warten fuhren wir den oberen Teil der Raumünzach, von Hundsbach bis zum kleinen Stausee, vorneweg. Das war mir sehr recht so hatte ich ein wenig Einpaddelzeit im neuen Option welcher passgenau zwei Tage vorher ankam. Das war aher keine große Sache, ich fühlte mich schon nach 5 Minuten pudelwohl und äußerst gut behütet im Boot.

Hundsbach (korrekt eigentlich Raumünzach)

Ich liebe es ganz früh auf dem Bach zu sein, der Hundsbach (wie ich die Raumünzach hier oben der Einfachheit halber nenne, obwohl kartographisch inkorrekt) bezauberte wieder mit mystischem Schwarzwaldfeeling, bemoosten Granitfindlingen, üppigem Grün und Abgeschiedenheit! Und sogar die Sonne zeigte sich ab- und zu.

Viel Wasser war nicht drin trotzdem hatte der Zeltplatzkatarakt wieder hübsch Dampf.

drückt schon ganz ordentlich

Flo hatte an diesem Tag ein Riesenpech, sein Mystik  brach und schluckte Wasser wie ein Open Boat. Ein Side Open Boat sozusagen…

Am Stausee angekommen wimmelte es dort von Paddlern. Einer hatte auch Tape für Flo so dass der erstmal sein Boot notdürftig flicken konnte. Als wir ca. 112.00 in die R. einsteigen hat die Schönmünz ca. 90 cm.

Raumünzach

Der obere Teil der Raumünzach beginnt gleich sehr hübsch, der Charakter ändert sich – der Bach gräbt sich ein. Bald schon kommt man zum “V” , eine tolle Stelle. Hier Flo in der Anfahrt.

Flo wird schon erwartet

Genauso hübsch geht es weiter

Nun kommen einige leichtere Meter vor der markanten mehrstufigen großen Rutsche vor dem Wehr.

Flo auf dem Weg auf die Hauptrutsche

Flo hart am Rand. Der Lappen ist seine Nasenklammer...

Claudius legt die Linie vor, sieht eigentlich ganz ok aus, Flo zieht nach, dann ich. Mann! Wir sind begeistert und können es kaum fassen! Wir haben die große Rutsche gepaddelt – das gibts ja garnicht! Wie oft sind wir hier schon hergerannt, bei unpaddelbarem Hochwasser, bei Niedrigstwasser im Hochsommer. Immer sehnsüchtig draufgestarrt und überlegt – was wäre wenn…! Und jetzt sind wir da runter.

Die letzte hohe Stufe ist in zwei Varianten paddelbar, entweder direkt über einen kleinen Wasserfall oder die Sneakline am linken Rand. Wir paddeln die Sneakline. Für den Wasserfall reicht es heute nicht. Spass macht diese Stufe aber nicht da man bretthart auf der Platte drunter aufknallt. Aber Hauptsache ALLES gepaddelt!

Nach dem Wehr kommt ein toller Abschnitt, recht schnell und eng. Dieser komische kleine Katarakt gefiel mir zwar nicht, aber Motivationskönig Claudius legte wieder vor und wir booften nach. Ich etwas zu weit links, krachend auf den Zacken nach dem Boof, autsch.

Nach diesem Abschnitt wirds kurz wieder ein wenig leichter. Obacht, hier liegt links ein Baum vor der Brücke. Flo, mittlerweile ziemlich manöverierunfähig da sich der Spalt in seinem Boot geweitet hat und er zu allem Überfluß auch noch seine Ablaßschraube bei der ganzen Ausleererei verloren hat hängt ungut fast vor dem Baum. Ich kann aber geschwind hin springen und ihn in die Hauptströmung zurückziehen. Puh.

Nach der Brücke gehts dann ab. Von hier bis zur Mündung in die Murg in ca. 1 km brauchen wir bestimmt 2 h da wir uns alles gründlich anschauen – was hier auch bestens geht.

Einstieg in den Unteren Teil. Zugegeben, da sieht man nicht viel von, aber wenigstens ist mein neues Boot drauf das ich zu dem Zeitpunkt schon sehr ins Herz geschlossen habe…

Der lange Einstiegskatarkt in den unteren Teil der R. nach der Brücke

Ich hatte nur die kleine Brusttaschenkamera dabei, diese war leider manchmal überfordert.

Diese Stelle ist wieder eine große Rutsche, im Geschwurbel in Bildmitte findet man im Sommer so eine Art Gletschermühle, ein tolles Stück Fels! Ich fuhr dort so gut es ging nach rechts und kam prima durch, Claudius wurde nach innen gedrückt und mußte schon mehr tricksen!

oben bleiben!

Oberhalb dieser S-Kurve mit kräfter Walze am Schluß bin ich kurz geschwommen da ich unsinnigerweise direkt oberhalb nochmal in ein Mikrokehrwasser wollte was aber dann doch etwas zu mikro war. Aber rückwärts wollte ich da auch nicht runter… Das Boot hing in der Walze, Flo der uns am Ufer seit der Brücke begleitete kam ran und konnte es rausziehen. Aber mein Paddel war weg. Ich ärgerte mich wahnsinnig über mich selbst so den Erfolg auf der Raumünzach zu riskieren. Nur weil ich Depp nochmal in ein Kehrwasser musste! Aber glücklicherweise tauchte einen Katarakt tiefer das Paddel dort auf wo ich es zuletzt noch verschwinden gesehen hatte….

die Walze nach der S-Kurve

schwer zu boofen...

auch eine sehr schöne Platte

Wir nähern uns der Murg, wir nähern uns der Murg, wir nähern uns der Murg…So geil.

Es ist 16.00 als wir aussteigen. Wir sind platt ohne Ende….

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