C-Armada 2008 Bregenzer Ache & Vorderhein

Von Wooly, 23. Juni 2008 14:50

Die größte & beste C-Armada ever in Europa, perfekt vorbereitet und bis ins letzte Detail durchgeplant …. und so professionell gehen es natürlich auch die Protagonisten an … aber ich greife vor …

Teil1: die lange Reise zum Glück

Mittwoch, 21.5.08 … nachdem ich früh morgens das Boot auf den Twingo geschmissen, den Rucksack mit wahllosen Klamotten und dem Schlafsack gestopft & ausgewählte Sportlernahrung wie Fischkonserven, harte Eier & Babybel Käse zusammengerafft habe, hetzte ich durch meinen Tag, immer im Hinterkopf, das wir ja SPÄTESTENS um 22.00 Uhr loskommen wollen und bis wir noch gepackt haben und überhaupt ….
Durch effizientes Zeitmanagement kombiniert mit gnadenloser Schluderei schaffe ich es, um 19.30 in der Turmbergstrasse einzubiegen, nachdem mir unwissentlich auf der Autobahn bereits der erste Partizipiant der C-Armada 2008 begegnet ist, einem alten blauen Mizubishi Kleinbus mit OC & Kajaks beladen, der sich wahrscheinlich fragt ob der seltsame Kleinwagen mit dem MAC1 auf dem Dach auch da hinfährt wo er hinfährt … tut er, aber das wissen wir da beide noch nicht.

Bereits während ich die Treppenstufen zur Haustür hinaufgehe, breitet sich ein intensiver Geruch nach Pattex aus, während die Bohr- & Sägegeräusche immer lauter werden, während ich die Kellertreppe hinabschreite …. im Keller finde ich Herren Fez vor, der in den Eingeweiden seines neuen Liquidlogic Remix kniet, während sein schwäbischer Nachbar im grauen Kittel gute Ratschläge & Geschichten aus seinem bewegten Handwerkerleben zum Besten gibt, Bernhard sieht dem Treiben entspannt zu.
Wir beschliessen, erst mal einen Kaffee zu trinken und Herrn Fez fertig fitten zu lassen, wobei wir bereits munkeln, ob der Herr Ziegler wohl schon sein umfassendes Expeditionsgepäck zusammengesucht hat oder nicht ….

Nachdem wir eine Weile in der Küche herumgehangen sind, Kekse essen und schon mal ein wenig unsinniges Zeug reden, um uns mental auf die Fahrt einzustimmen, beschliessen wir, schon mal die Boote in den Anhänger zu werfen, und es gelingt uns schliesslich auch, Herrn Ziegler sein in “Texas rough Style” gefittetes Boot zu entreissen, was er mit einem “oh Mist, ich habe ja noch nichts gepackt” quittiert, um kurz darauf zu beginnen, ca. 8 Tonnen wahllos zusammengesuchte Expeditionsgegenstände vor der Haustür aufzutürmen, die von Bernhard & mir in unser hellblaues Opel-Expeditionsfahrzeug gestopft werden.

Wie immer sieht es aus, als planten wir eine sechs Wochentour ins innere Nepal, aber das kennen wir ja schon, und dafür haben wir dann auch alles dabei und nichts vergessen!!! Ausserdem entspannt der Hänger die allgemeine Ladesituation dahingehend, das er ausser den Booten (Mist, habe den i:3 vergessen und nur den Mac dabei …) auch noch diverses Campingequipment etc. aufnimmt.

Nachdem Bernhard die Wette um die Abfahrtszeit und damit 8 Kästen Bier (ich habe es nicht vergessen !!!) verloren hat, brechen wir um kurz nach 23.00 Uhr gen Bregenzer Ache auf … wie immer geleitet von Lisa, der zarten Stimme des TomTom, die uns auch diesmal wieder sicher ans Ziel führen wird, auch wenn ihr nie jemand etwas glaubt und wir eh immer anders fahren …
Langsam schaukeln mich die Fahrgeräusche in den Halbschlaf, während Fez & Froschel angeregt darüber diskutieren, in welchem Scheisshaufen wir diesmal unser traditionelles Assokamp zum Tourstart aufbauen sollen. Während ich mich wilden Träumen hingebe, dringen immer wieder Rufe, Worte wie “Skilift”, “Mistweg” und üble Kupplungsgeräusche an mein Ohr & Nase, und irgendwann stehen wir vor einem teilweise pittoresken Heustadel, während die Herren sich betten rolle ich mich wie immer auf dem Rcksitz zusammen, um die Nacht entspannt abzuschliessen.

Bis jetzt vergessen: 1x Photo (Fez), 1x Pyranha i:3 (Wooly), diverse (Alle) Flußführer &; Karten.

Teil2: Viele viele Paddler und kein Plan

Gegen 7.30 regen sich die ersten müden Knochen, und schnell packen wir zusammen und fahren die letzten paar Kilometer zum Campingplatz Doren, um da noch schnell die Zelte aufzuschlagen und ein kurzes Frühstück einzunehmen. Hier stellen wir dann auch fest, das wir alle Mann hoch keinerlei Unterlagen über die Armada etc. dabei haben, keine Flußführer erwähnte ich ja bereits … mit Hilfe meiner Frau, die mal wieder im Internet recherchieren muss und der vielen Paddler auf dem Campingplatz versuchen wir uns, möglichst gut zu orientieren und fahren, nachdem wir das Frühstück wetterbedingt schnell INS Zelt verlegen mussten, gestärkt vom Campingplatz …. geht ja wahrscheinlich nur ein wenig hoch, und dann immer den anderen Paddlern hinterher ….

2 Stunden später wissen wir, das alle anderen Paddler auch nicht wissen wo es lang geht …. und da nichts ausgeschildert ist, fahren Alle munter Allen hinterher … bis wir des offiziellen Einstieg am Wehr gefunden haben, sind die Jungs von der Armada schon lange durch … glauben wir jedenfalls. Inmitten der Horden von Paddlern ziehen wir uns um und stürzen uns ins Abenteuer Bregenzer Ache, die sich auch wirklich als sehr netter Bach herausstellt, der sich bis zur “Party” im High5 Lager auch noch kontinuierlich steigert. Ich fühle mich nach ein wenig Eingewöhnung heute richtig gut und ich habe viel Spaß, und auch der Herr Fez ist nach einiger Zeit immer zufriedener mit seinem Remix, auch wenn er bemängelt, das sein Ausbau noch nicht den besten Halt bietet, aber er hat ja Minizell, Säge & Pattex dabei …. ;-)

Bei High Five angekommen trinken wir uns ein Bierchen, begutachten ein wenig die ausgestellten Jackson Kajaks (der 4Fun sieht sehr nett aus…) und verziehen uns dann mit Bratwurst & Sättigungsbeilagenkartoffelsalat (so etwas muss auf dem 50l Kübel gestanden haben …) in die Hütte, um uns am Ofen aufzuwärmen, wo wir exklusiv von einem etwas schüchtern in der Ecke sitzenden Olaf Obsommer mit krachigen Paddelpornos versorgt werden. Von dort aus erspähen wir auch erst Arno, und kurz darauf auch noch den Rest der C-Armada, die anscheinend auch nicht sooooooo schnell unterwegs waren. Schön Matt, Falk und all die anderen mal wieder zu sehen.

Eigentlich wollten wir ja nicht mehr weiterfahren, auch um den Shuttleservice zu nutzen und so zum Auto zurück zu kommen … nachdem aber unser Shuttle einfach im allgemeinen Parkchaos steckenbleibt, beschliessen wir, dann doch noch die letzten Kilometer mitzupaddeln, um dann mit jemandem aus der Armada das Auto zu holen. Laut Matt kommt auch nur noch WW II, also die mühsam hochgeschleppten Boote wieder den Steilhang runter und ab aufs Wasser, mir ist ziemlich kalt, da hilft nur paddeln paddeln paddeln.

Um die nächste Kurve herum, es wird steiler, holla, wenn das mal WW II ist dann weiss ich nicht, und schon geht ein wunderbares Schwimmfest los, und es dauert eine Weile, bis alle wieder im Boot sitzen. Danach kommt zwar noch mal eine heftigere Stelle, aber jetzt sind alle wieder aufgewacht … ;-) ) … dann wird es leichter und bald haben wir den Ausstieg erreicht. Auch hier wieder ein wunderbarer Anblick, ein paar hundert Paddler am umziehen … ich will ja gar nicht wissen wie das riecht, Vögel sind auf jeden Fall weit und breit keine zu sehen ….

Hier löst sich die Armada erst mal wieder auf, einige wollen am Ausstieg campen und zur Party zurücklaufen, Bernhard, Fez & mich zieht es zu Ruhe, Essen & Schlafsack, da die Nacht vorher doch eher kurz war … und zur Feier der Tages beschliessen wir, essen zu gehen, da keiner richtig Lust hat zu kochen.
Nach einem Kaffee im Zelt und ein wenig Entspannung ziehen wir mit knurrenden Mägen los, um mit viele Glück sofort im nächsten Dorf ein echtes Highlight zu finden: Gasthof Engel in Doren, dort sitzen schon 3 andere Paddler um einen riesigen Topf Käsespätzle und loben das Essen in höchsten Tönen … wir bleiben !!!! Während Bernhard sich vor Wonne stöhnend Schupfnudeln mit Grünkohl & Rahm hingibt, stürzen Fez und ich uns ebenfalls über eine unfassbar große wie leckere Portion Käsespatzen, brauchen danach einen Schnaps und rollen wohlgesättigt und faul schließlich wieder zum Campingplatz zurück, dort trinken wir noch ein paar Bierchen, schwätzen ein wenig mit Arno, der auch hier auf dem Platz ist und verholen uns dann selig in die Schlafsäcke.

Teil 3: Erster Tag Vorderrhein oder wie das “ü” in unser Leben kam

Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem erörtert wird, wer welche Köstlichkeiten leider zuhause vergessen hat und wann genau wir denn jetzt eigentlich in Versam sein sollen und wie wohl der beste Weg ist (Karte natürlich vergessen) vertrauen wir uns wieder unserem Navi an und machen uns auf die Socken, nicht allerdings um noch kurz in einen Supermarkt einzufallen und die kompletten Almdudler Bestände Österreichs aufzukaufen, ach und Sonnencreme …. und ein Besteck für Fez (er hat es vergessen … )

So gestärkt quälen wir uns durch den Verkehr Richtung Schweiz, tanken Gas nach und während wir im Schrittempo dahinrollen sehen Fez & Bernhard leider gleichzeitig ein harmloses Schild eines unverdächtigen türkischen Gemüsehändlers, der “Gümüsü” verkauft. Wer die beiden kennt, weiss, das sich bei akuter Langeweile solche Informationen SOFORT in ihrem Zentralhirn festsetzen und dort wissenschaftlich bis jetzt kaum erforschte Synapsenverklumpungen erzeugen, was ihr Kommunikation die nächsten Tage klingen lässt wie die türkische Variante von “Drei Chinesen mit dem Kontrabass”, sprich “Püddel”, Vorderrhün”, “grüllen” etc. pp. …. zusammen mit dem in diesem Urlaub bereits inflationär verwendeten Wort “fitten” (ihr könnt es euch vorstellen) ergibt das eine Mischung, die sich nur durch jahrelanges hartes Training und Abhärtung ertragen lässt … aber ich kenne die zwei ja schon eine Weile …

Endlich in der Schweiz angekommen, wird der Verkehr weniger und wir kommen besser voran, und bald lassen wir die Autobahn hinter uns und ein langer kurviger Aufstieg gen Versam beginnt, der Fezens Erdgasopel + Hänger das Allerletzte abverlangt, aber irgendwann sind wir dann doch da, und kaum zu spät, welch Wunder. Glücklich auch am Bahnhöfli angekommen begrüssen wir erst einmal die Horden von C-Paddlern, und müssen uns dann auch schon sputen, um uns umzuziehen und die Boote aus dem Hänger zu zerren, den Schweizer Züge sind pünktlich und warten nicht …. weiss ja seit Asterix jeder.

Dann beginnt ein wunderbares Schauspiel, das wir in den nächsten Tagen noch öfters erleben werden. Während eine Gruppe mit Matt den unteren leichteren Teil fährt, trifft sich der Rest der Armada auf dem Bahnsteig, der bald vollgestellt ist mit OC1 und C1 aller Couleur, und als der Zug kommt müssen die fassungslosen Schaffner zusehen, wie ihr armer Gepäckwagen innerhalb von Sekundenbruchteilen bis zur Decke mit Booten beladen ist, incl. 20 Mann schwitzender Paddler, und dann verzweifelt & chancenlos zu versuchen, aus ihrem vorsinflutlichen tragbaren Fahrkartentaschenrechner 20 Fahrkarten bis Illanz herauszuholen …. der Rekord war glaube ich 8 …. aber die Schweiz ist ja teuer genug … ;-)

In Illanz angekommen zieht die Karavane noch 300m durch die Stadt, und wir kommen auch endlich zu einem Automaten & Franken (man gewöhnt sich doch sehr schnell an die Annehmlichkeiten des Euro), dann endlich können wir die Boote eine steile Rampe herunterlassen, und endlich ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht, das Wetter zeigt sich inzwischen nämlich in Höchstform und ich schwitze in meinem Neo das ich das Gefühl habe bald ein Überdruckventil öffnen zu müssen … aber jetzt geht es ja auf den Bach, endlich !!

Die ersten paar Meter auf dem Vorderhein …. wunderschönes Wasser, und auch noch ganz schön viel davon, bald kommt die ersten Verblockung, ich bin noch etwas wackelig, und der Wasserdruck ist für einen Schwarzwaldpaddler auch erst einmal ungewohnt … aber nach den ersten grösseren Wellen habe ich mich daran gewöhnt, und es beginnt, richtig Spaß zu machen, das gute Wetter tut ein übriges.
Bald kommen wir an die erste schwerere Stelle, ein Blockwurfwehr mit ganz schön dicken Wellen & Löchern, die ganze Gruppe kraxelt erst einmal aus den Booten um sich das Ganze anzusehen, danach fährt einer nach dem anderen für die vielen Photographen, die sich unten auf der Kiesbank aufgebaut haben. Joe, unser inoffizeller Guide für heute von der Kanuschule Versam, flippt sich elegant in seinem OC über die erste Monsterwelle …. einfach lässig diese Schweizer…

Ich selbe mogle mich lieber rechts an den dicksten Löchern vorbei, und komme fluffig durch, der Einzige der schwimmen geht ist Falk, der gibt sich die Route genau durch die Mitte und im geliehenen Test OC rollt es sich doch nicht so gut .. ;-) )

Munter geht es weiter, das Tal wird etwas enger und der Vorderrhein verblockter, ich bin teilweise immer noch überrascht von der Wasserwucht, aber es macht richtig Spaß und die vielen Dickschiffe auf einem Haufen sehen einfach klasse aus. Schließlich erreichen wir die Kernstelle, das schwarze Loch. Diesmal besichtigen wir eine ganze Weile, hier muss man sich doch ein wenig die Linie suchen. Angus, unser Urgestein aus Neuseeland, fährt als einziger die linke Route über den Abfall, und landet prompt direkt im schwarze Loch, meint aber hinterher, das es da wunderbare Kehrwässer gebe und er wäre dann einfach wieder rausgepaddelt … schon bei dem Gedanken wird mir wird schlecht …

Zusammen mit Berhard & Fez fahre ich los und finde mich in dem ganzen Gebrodel überraschenderweise doch recht gut zurecht, finde meine Linie und komme gut durch. Ein endkrasses Gefühl, um es mit Claudius zu sagen, der kurz nach uns die letzten Meter rückwärts angeht, während ein anderer Teilnehmer mit einem bis zum Rand vollgeschlagenen OC1 gerade noch das rettende Kehrwasser erwischt, bevor er endgültig absäuft … Spritzdecken sind doch was tolles. Alle kommen ansonsten gut durch, und mit reichlich Adrenalin im Blut geht es weiter.

Nach ein paar weiteren Blockstrecken, die auch weiterhin richtig Spaß machen gehe ich in einer kleinen Verschneidung dann doch noch baden, bevor ich mich versehe bin aus dem Boot … aber so eine kleine Abkühlung tut ja auch mal gut, auch wenn ich bis heute nicht weiss was eigentlich passiert ist … das schiebt hier einfach anders in einer Kurve … ;-)

Kurz vor dem Ausstieg gibt es noch einmal einen kleinen Katarakt mit wunderbaren Surfwellen, auf dem es sich alle noch einmal richtig besorgen, um dann ausgepumpt ans Ufer zu kriechen … geil wars, wenn das so weitergeht komme ich noch öfters her, das ist sicher. Wir schleppen die Boote hoch zum Parkplatz, dort beginnt das übliche Fachgesimpel über Offside-Sitzeinbau & doppelquergeschränkte Carbonpaddelgriff-Überzieher …. und parallel dazu beginnt ein fröhliches europäischer Biersortentauschen quer über den Parkplatz … sehr entspannend.

Nachdem wir unsere Quartiere im Bahnhöfli-Matratzenlager bezogen haben machen wir uns auf zur Grillwiese, die mit unglaublichen Aussichten auf die umliegenden Berge und einem riesigen Rudel C1´ler aufwartet … wir schauen den Anderen beim Grillen zu und schmoren uns ein wunderbares Nudelgericht, das dank einem sehr stark gewürzten Glas Aldi-Chilli-Oliven echt mexikanische Qualitäten entwickelt …. lecker.
Dankenswerter Weise gerate ich direkt danach an Florian, der mit seinem Dunkelbock Fass hausieren geht und in mir einen freudigen Abnehmer findet .. zusammen mit ein paar gegrillten Marshmellows zum Desert wird das Ganze ein wirklich sehr netter Abend, wirklich klasse viele der Wildwasserboard Benutzer endlich einmal “live” kennen zu lernen. Erst spät zerstreut sich der Haufen, und ich sinke zufrieden in meinen Schlafsack.

Teil 4: Chillen im Grand Canyon

So muss Frühstücken sein !!! Auf der Grillwiese über dem Bahnhöfli, im Sonnenschein, mit Blick auf die hohen weissen Wände der Schlucht. Während meine Mitfrühstücker sich ihr Bananenmüsli reinziehen, gebe ich mich den Freunden einer Dose Pangasiusfilet in Kokosnuss/Currysauce und den Resten der Chilli Oliven hin … mmmmhhh so muss ein richtiges Paddlerfrühstück sein. Wir schlürfen unseren Kaffee und verpassen fast das allgemeine Sammeln, heute geht es erst einmal auf den untern Abschnitt, soll nicht schwer sein aber sehr pittoresk, genau das Richtige nach dem ganzen Bier … heute fahren irgendwie fast alle mit, es dauert eine ganze Weile, bis sich der Trek bis zum Fluß ergossen hat und auf dem Wasser ist, aber der Anblick ist einfach klasse, noch nie so viele Dickschiffe und C1´ler auf einem Haufen gesehen.

Falk läuft am Ufer mit und fotografiert, und schiesst von einer Brücke herunter auch das “offizielle” Gruppenbild, der einzige der dazu im Boot bleibt ist James, der hat sich in das Squirtboot von Matt gefaltet und kommt laut eigenen Aussagen einfach nicht mehr aus dem Boot … ;-)

Die untere Schlucht ist wunderschön, zwar gibt sich das Wetter jetzt etwas bedeckter, aber ich lasse mich treiben und geniesse den Ausblick. Viel zu schnell sind wir am Ausstieg angekommen und tragen die Boote zum Bahnhof hoch. Angekommen sehen wir weit & breit keinen Menschen, der Bahnhof ist wie ausgestorben … wahrscheinlich sitzen die alle in der Schalterhalle unter dem Tisch und denken die Hunnen sind eingefallen … jedenfalls ist der komplette Bahnhof belegt mit Booten & Paddlern.
Da wir auf den Zug warten müssen ist Zeit für ein kleines Schwätzchen, und ich bekomme endlich ein paar Portraits von den Teilnehmern, mit dem Tele fällt niemand auf was ich da mache … ;-)

Als der Zug kommt stürmen wir das Gepäckabteil, bei so vielen OC1 ist hier wirklich Logistik gefragt, aber irgendwie passen doch alle Bote & Paddler hinein. Bevor der Schaffner anfängt hemmungslos zu weinen nimmt ihn Matt tröstend zur Seite und handelt mit ihm eine Art “Pauschalpreis” aus, bevor uns demnächst kein Zug mehr mitnimmt …

Wieder in Versam angekommen machen erst einmal alle Vesper, der Großteil will am Nachmittag die obere Strecke fahren, Fez, Bernhard & ich dagegen beschliessen, den Tag hier zu beenden und uns einen chilligen Nachmittag zu gönnen, also erst einmal einen Kaffee & Vesper, dann fotografiere ich noch den erneuten Sturm des Zuges, bevor ich es mir am Ufer bequem mache, um mich in den wohlverdienten Nachmittagsschlaf gurgeln zu lassen, während Bernhard und Fez noch einmal zum Bankomaten fahren, um noch ein paar Franken zu ziehen, und um sich den Glenner anzusehen …. ahhhh mmmhhh schnarch ….

Geweckt werde ich erst von Bernhard, der sich von ihrem Ausflug zurückgekehrt ebenfalls zur Siesta zurückzieht und kurz danach von unseren Kollegen, die mit strahlenden Gesichtern bei Sonnenschein aufs Ufer brummen … viele sind heute ja zum ersten Mal den obern Teil gefahren, und fanden ihn anscheinend genau so schön wie wir. Während ich noch ein paar Photos von einigen Unentwegten schiesse, die es sich noch einmal auf den letzten schönen Wellen & Walzen vor dem Ausstieg besorgen, macht sich die Armada auf zum Parkplatz. Fez übernimmt seine Slalomboot, das er Sabrina abgekauft hat, ein altes GFK Monster mit sehr obskurer Formgebung .. aber wenn der Bub das braucht, stopfen wir das Teil halt auch noch in den Hänger.

Heute Abend stehen lecker Älplermagronen und danach den Film von Florian über ihren Padeltrip nach Costa Rica auf dem Programm. Und während Fez noch seine neuste Errungenschaft bewundert taucht auch noch auf Felix aus dem wildwasserboard auf, der zusammen mit Marcus Maas die Nacht von der Soca herübergekurvt ist. So langsam nimmt das C1 Aufkommen unfassbare Ausmasse an, als Kajakfahrer kommt man sich schon fast verloren vor … ;-)

Ich, Fez & Bernhard machen einen kurzen Abstecher in den Shop der Kanuschule Versam, dann räumen wir unseren Krempel zusammen. Und gleich wieder aus, da Fez seinen Autoschlüssel vermisst … trotz einer langwierigen Suchaktion incl. kompletter Autodurchsuchung a la “böse kubanische Drogendealer” bleibt dieser auch erst einmal verschwunden. Naja, wird schon auftauchen.

Nach unfassbaren Mengen von Älplermagronen mit Apfelmuß & ein paar Chübel Panasch rolle ich mich ganz ganz vorsichtig hinter das Bahnhöfli, wo Rafael schon den Beamer angeworfen hat. Tief in meinen Luxussessel vergraben harre ich der Dinge sie da kommen … und der Film ist wirklich klasse. Genau weiss man das bei Diashows & Filmvorführung aus privater Hand ja nie, aber Rafaels Film ist wirklich kurzweilig, und mach wirklich Lust, auch mal einen Abstecher ins schöne Costa Rica zu machen … lecker !!!

Nach dem Film gibt es noch eine Runde Photos des Tages, die moderne Technik machts möglich …. getrübt wird die Stimmung bei uns nur etwas durch Fez, der immer noch unseren Autoschlüssel sucht und langsam etwas nervös wird, aber wir wollen ja auch morgen wieder nach Hause … wir vertagen die Suchaktion ob der fortgeschrittenen Stunde & Dunkelheit auf den nächsten Morgen, und bald verziehe ich mich in den Schlafsack und schlafe unter dem Geflimmer der letzten Photos des Tages ein.

Teil 5: Autoschlüssel & Sonnenschein

Am Morgen werden bleibt der Schlüssel weiterhin verschollen, obwohl wir inzwischen das Auto und den kompletten Parkplatz bestimmt zum dritten Mal komplett abgesucht haben und Fez bereits am früher Morgen vergebens versucht hat, sich den Standort des Schlüssels durch intensive Tantrameditation ins Hirn zu beamen …. es ist wie verhext.
Wir setzen uns erst einmal zum Krisenfrühstück, bei dem wir beschliessen, wie viele der Armada heute noch einmal den oberen Vorderrhein zu fahren, aber erst, wenn der Schlüssel wieder da ist …. Alternativpläne incl. ADAC, kurzschliessen & Opel Mobilitätsservice werden gewälzt …. und dann geht der Herr Fez noch einmal kurz zum Parkplatz …. und kommt mit dem Missetäter wieder !!!!!

Der lag die ganze Zeit friedlich im Kofferraum von Herrn Mass, wohin er bei einer Paddelbesichtung des neusten Entwurfes von Marcus geraten war … und leider hatte er ihn unser Jungspund Felix zwar gesehen, aber auch gleich wieder vergessen …. harrrrghhhhhhh

Egal, unsere Armada ist zwar schon weg, der Großteil hoch zum Vorderhein, die die es sich richtig besorgen wollen sind zum Glenner gefahren, aber den nächsten Zug bekommen wir gerade noch so. Das Wetter ist wieder hervorragend, und als wir die Boote in Illanz zum Fluß tragen läuft mir der Schweiss bis in die Neoschuhe, ich bin wirklich froh als wir endlich auf dem Wasser sind.

Beim zweiten Mal ist der Eindruck ein ganz anderer, wir haben uns an den Wasserdruck gewöhnt und geniessen den guten Wasserstand, der Vorderrhein macht einfach Spaß. Auch das schwarze Loch hat seinen Schrecken verlohren und lässt sich auch beim zweiten Mal problemlos befahren, und da wir richtig Gas gegeben haben holen wir hier auch den Rest der Meute wieder ein. Entspannt cruisen wir bis nach Versam, hier geben noch einmal zum Abschluß Alle alles, von vollgelaufenen Tandem OC1 mit Damenbesatzung bis zu den letzten Schwimmern ist alles geboten, und schliesslich sitzen alle geschafft aber glücklich am Ufer.

Hier noch der Bericht von Claudius über die Erlebnisse der kleinen Gruppe die am Glenner war, Photos findet ihr bei dem “lettischen” Link unten:

Glenner Sunday 080525

Great paddlers, great lines, great security! It didn’t look too bad driving up the river. Later I noticed that I just coudn’t see the difficult sections…

Put-in: nothing special. First sections ? nice. Closer to the “Schlitz”, good gradient and pushy. I began to switch from being nervous to feeling more and more confident ? ha! The river left eddy before the “Schlitz”: we got out, had a look at it and I immediately saw a very good possibility to portage ? my line!

We discussed the line(s) and set up good security. The following show was really impressive, standing right above the crux hole and having the best view possible. I could study different boofing and approaching techniques and the massive effect of just minimal differences of position on the river. What I learned: Take your time reading. Boof! Roll! and switch to C1.

What else happened: for my part, I swam, blow my thigh-strap and was impressed by gradient and steep, irregular and surprisingly big waves coming in fast order. The C1 crew: Angus, Markus (fast and smooth rolling) and Felix ? no surprise ? did a great job. James in his hybrid Taureau (in Germany we say: neither fish nor meat) ? impressive. Matt: brave for accepting the possibility and in the end really getting that trashed in the “Schlitz”. And last but not least: Eddy. He showed his most scared face expressions, was breathing hard and did a brilliant job ? congrats.

Thanks James for leading and thanks to all of you for good company and security and thanks to Eddy and The Latvian Tandem Pilots for great pictures.

Auf dem Parkplatz geht die grosse Packerei und Verabschiederei los, auch wir stopfen den Hänger voll und irgendwann nach vielen geschüttelten Händen, ausgetauschten Mails und neuen Ideen für neue Armadas machen wir uns auf den Heimweg. In Versam haben wir erneut Glück und finden das nächste nette Gasthaus, wo wir uns noch einmal für die Reise stärken, und nach vielen Stunden Autobahn, Geblubber &; Rastättenjunk sind wir doch glücklich wieder im schönen Karlsruhe.

Noch einmal vielen Dank an Matt, Falk, die Damen & Herren vom Bahnhöfli und alle die mitgeholfen haben, das diese Armada wieder mal ein Megaspaß war, und hoffen das es das nächste Jahr NOCH MEHR Leute werden … the Show must go on !!!!

Und hier noch die allgemeine Dokumentation:

Thread auf wildwasserboard.de

http://www.wildwasserboard.de/t402f5-Swiss-European-Armada.htm

Thread auf cboats.com

http://www.cboats.net/cforum/viewtopic.php?t=7958358&postdays=0&postorder=asc&start=0

Photos von Marcus:

http://www.riverrunner.de/wp-content/DATA/photos/c_treffen2008/

Photos von Florian:

http://www.bushpaddler.de/images_share/Euro_Armada_2008/index.html

Photos von Eddy aus Lettland:

http://www.laivas.lv/foto/

Photos von Falk:

http://www.flickr.com/photos/27115167@N05/sets/72157605391475325/show/

http://www.flickr.com/photos/27115167@N05/sets/72157605391481899/show/
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http://www.flickr.com/photos/27262686@N02/sets/72157605392514549/show/

http://www.flickr.com/photos/27266008@N03/sets/72157605392416807/show/

Artikel Kanumagazin:

http://www.kanumagazin.de/news/vereinigte-stechpaddler-co.224877.htm

4 Antworten für “C-Armada 2008 Bregenzer Ache & Vorderhein”

  1. fez sagt:

    mein heftigster Dank für diesen vergnüglichen Bericht ist Dir gewiss Sir Marcus!!!

  2. Arno sagt:

    Wirklich sehr schöner Bericht.

  3. joe sagt:

    Sehr schöne Fotos! Wäre es denn möglich einige Originale zu bekommen, die mich selber zeigen?

    Viele Grüsse
    Joe

  4. joe sagt:

    Da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken will, noch eine kleine Korrektur:
    Ich arbeite nicht in der Kanuschule Versam, sondern in der “Kanuschule mit LinX lernen”. Da die auch in Versam beheimatet ist, ist das von aussen schwierig zu erkennen.

    Viele Grüsse
    Joe

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